Mi
21
Dez
2011
Oft gleicht der Gang in den Supermarkt einer Reise durch einen Irrgarten. Überall treffen wir auf Lebensmittel- und Getränkepackungen mit bunten Zeichen, Symbolen und Siegeln, ohne all diese Informationen verarbeiten zu können.
Zum einen liegt das an den nicht vorhandenen Informationen: One World,bana fair, Care & Fair, Fairglobe… die Liste ist lang, die Namen positiv konnotiert – und der Kunde zufrieden.
Normalerweise sollten Kennzeichnungen wie diese Orientierung bieten, indem auf bestimmte Eigenschaften des Produktes hingewiesen wird. Woher soll man auch die Zeit für die Siegelrecherche nehmen?
Genau diese Zeitknappheit der Endverbraucher haben sich inzwischen viele Hersteller zunutze gemacht und Eigenmarken entwickelt, die mal mehr, mal weniger fair oder bio sind. Es wird Zeit, dass sich etwas ändert.
Welchem Siegel kann ich vertrauen?
Dies dachte sich auch die Verbraucher Initiative e.V. und rief die Plattform label-online.de ins Leben, um die Seriosität der in Deutschland verfügbaren Label, das heißt, Eigenmarken, Güte-, Regional-, Prüf- oder Umweltzeichen, genauer unter die Lupe zu nehmen. Unter der Bezeichnung „Label“ verstehen die Website-Betreiber alle möglichen Wort- und Bildzeichen, die nicht nur in Supermärkten zu finden sind. Schließlich gibt es heutzutage für fast jeden Bereich ein eigenes Label – nach Schätzungen der Betreiber derzeit sogar mehr als 1000 auf dem Markt.
Die Fragen, die label-online.de vor allem beantworten möchten, sind die nach der Glaubwürdigkeit und den eingehaltenen Standards, das heißt:
Label-online.de als unabhängiger Beobachter
Diese und viele weitere Fragen sind auf der Plattform verständlich aufbereitet. Den größten Gewinn dürfte jedoch die Unabhängigkeit von label-online.de darstellen. Kritisch wird den Labels und den dahinterstehenden Organisationen bzw. Unternehmen auf die Pelle gerückt. Denn erst wenn der Konsument umfassend und vor allem wahrheitsgetreu über Produkteigenschaften informiert ist, kann der Weg für einen bewussten, gesunden und nachhaltigen Konsum geebnet werden. Und erst dann können Kaufentscheidungen aufgrund von Informationen anstatt Mutmaßungen getroffen werden.
Auf der anderen Seite befinden sich Unternehmen, deren Siegelstandards bzw. deren Einhaltung als ungenügend eingestuft werden, im Zugzwang. Ein aufgeklärter Konsument, der weiß, welchen Siegeln er vertrauen kann, wird eine andere Kaufentscheidung treffen als der Uninformierte. In dieser Hinsicht sind Unternehmen mehr denn je gezwungen, bestimmte Standards zu entwickeln und durch dauerhafte Kontrollprozesse zu garantieren.
Der Bewertungsmaßstab liefert Antworten
Für die Beurteilung haben die Initiatoren zunächst eine Bewertungsskala entworfen, die die Punkte Anspruch, Unabhängigkeit, Transparenz und Überprüfbarkeit beinhaltet. Darüber hinaus ermöglichen diverse Unterkategorien ein differenzierteres Ergebnis.
Alles in allem können maximal elf Punkte erreicht werden, nämlich dann, wenn jede Unterkategorie als bestanden und mit je einem Punkt bewertet wird. Je nach Punktzahl ergibt sich die Bewertung, die von empfehlenswert über eingeschränkt empfehlenswert, nicht empfehlenswert bis hin zu irreführend reicht.
Die Website ist benutzerfreundlich gestaltet und ermöglicht das schnelle Auffinden verschiedenster Labels sowie dazugehöriger Informationen und Bewertungen.
Jetzt liegt es nur noch am Konsumenten das Portal zu nutzen und die geleistete Hilfestellung in Anspruch zu nehmen. Wir finden: eine tolle Idee!