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25

Jan

2012

Kaffee – Luxusgut oder Grundnahrungsmittel?

Die Kaffeesteuerdiskussion geht in die nächste Runde

gegen Kaffeesteuer Quelle: http://www.gegen-kaffeesteuer.de/presse.html

Bereits seit einigen Jahren werden immer wieder Petitionen bei der Bundesregierung eingereicht mit der Bitte, die Kaffeesteuer endlich abzuschaffen. Viel zu lang schon wird eine unrechtmäßige Zweitsteuer auf das schwarze Gold erhoben, so die Initiatoren entsprechender Unterschriftenaktionen. Die Meinungen sind geteilt, Argumente auf beiden Seiten vorhanden.

 

Heute möchten wir die andauernde Diskussion beleuchten, die Pro- und Contra-Seiten vorstellen sowie die aktuelle Initiative der Hamburger Traditionsrösterei J.J. Darboven.

 

1781 – in diesem Jahr wurde durch Friedrich den Großen der Grundstein für die noch heute existierende Kaffeesteuer gelegt. Grund hierfür war der ansteigende Kaffeekonsum im 17. Jahrhundert. Es folgte das Konzept des Einfuhrzolls, das noch vor der Gründung des Deutschen Reiches eine bedeutsame und unverzichtbare Einnahmequelle der Einzelstaaten war. Heute, 231 Jahre später, fällt zwar der Einfuhrzoll für die Bohnen weg, doch dafür ist der Röstvorgang zur entscheidenden Komponente in der Steuerdiskussion geworden. Erst durch die Weiterverarbeitung der Bohnen wird Kaffee zur steuerpflichtigen Ware, weshalb der Staat von einer Verbrauchssteuer spricht. Dabei muss sowohl für Röst-, als auch für löslichen Kaffee oder kaffeehaltige Ware wie Cappuccino oder Kaffeepralinen eine Steuer gezahlt werden. Die Einnahmen sind enorm, denn jährlich verdient der Bund allein durch die Kaffeesteuer rund eine Milliarde Euro.

 

Problematisch – und zugleich wichtigstes Argument der Gegner – ist die doppelte Steuerbelastung. Schließlich setzt sich der Kaffeepreis nicht nur durch Kaffeesteuer und Warenpreis zusammen, sondern zusätzlich wird die allseits bekannte Mehrwertsteuer erhoben. Eine derartige Regelung, wie sie in Deutschland zu finden ist, gibt es nur noch in wenigen EU-Staaten, wie zum Beispiel Belgien, Dänemark, Lettland und Rumänien. Doch auch dort fällt die Höhe der Steuer wesentlich geringer aus als in Deutschland.

Warum geht man diesen Weg weiter? Nun, die Deutschen trinken gern und viel Kaffee – in einem Jahr werden hierzulande mehr als eine halbe Million Tonnen Rohkaffee verarbeitet. Diese wichtige Einnahmequelle will man sich aufgrund des hohen Schuldenberges verständlicherweise nicht entgehen lassen. Die derzeitige Schuldenkrise der EU-Länder verschärft die Lage ein weiteres Mal, nämlich dann, wenn Deutschland auf seinen Förderungen für geleistete Bürgschaften sitzen bleibt.

 

Andererseits leuchten die Argumente der aktuellen Initiative gegen die Kaffeesteuer von J.J. Darboven ebenfalls – und vor allem aus Sicht der Konsumenten – ein. „Bis zu 40 Prozent des Endverbraucherpreises für Kaffee gehen in Deutschland direkt an den Fiskus“, geben die Verantwortlichen auf ihrer Seite www.gegen-kaffeesteuer.de an. Sie erinnern des Weiteren daran, dass die Kaffeesteuer einst als Luxussteuer eingeführt wurde, woran heute kaum mehr zu denken sei. Vielmehr gilt Kaffee in jedem deutschen Haushalt als DAS Grundnahrungsmittel schlechthin, mit welchem steuertechnisch anders zu verfahren sei.

Außerdem sehen sie durch die hohe Steuer einen Wettbewerbsnachteil für deutsche Kaffeeunternehmen. Ist der Preis hoch, konsumieren die Deutschen weniger, was sich auch nachteilig auf die Produzentenländer auswirkt. Ein weiteres Argument, das bisherige Petitionen bereits nutzten, ist der hohe administrative Aufwand, der durch die Kontrolle der Steuerabführung erfolgt. Doch die Gegenseite hält bisher eisern an der Steuer fest. Schließlich handelt es sich um eine Verbrauchssteuer wie bei Tabak- und Alkohol. Und auch der Verwaltungsaufwand wäre in diesem Fall kaum vorhanden, wie es in der Begründung zum Ablehnungsbescheid hieß.

 

Vielleicht schafft es ja das Familienunternehmen J.J. Darboven neuen Wind in die Diskussion zu bringen. Tatkräftige Unterstützung von Experten verschiedenster Bereich haben sie bereits, wie die dazugehörige Website zeigt. Nun fehlt es nur noch an Unterstützung aus der Bevölkerung, damit eine möglichst lange Liste an Unterschriften beim Deutschen Bundestag eingereicht werden kann. Sofern die Aktion Erfolg zeigt, möchte die Traditionsrösterei die Preisreduzierung in vollem Maß an den Kunden weitergeben, erklärt Albert Darboven, was bedeutet, dass der Warenpreis identisch bliebe und lediglich die Mehrwertsteuer hinzukäme.

Pro- oder Contra Kaffeesteuer? Die Diskussion wird weiter anhalten…und wir berichten!

 

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