Fr
10
Feb
2012
Bio ist nicht gleich fair – genau das dürfte vielen Lesern inzwischen bewusst sein. Doch so unterschiedlich die Herangehensweisen auch sein mögen, Berührungspunkte gibt es dennoch.
In Sachen bio steht vor allem der Nachhaltigkeitsgedanke an erster Stelle. Mit schonendem, ökologischem Landanbau sollen natürliche Lebensgrundlagen langfristig erhalten werden. Dagegen hat sich der deutlich jüngere Ansatz des Fairen Handels erst in den 60er Jahren etabliert – und das mit Erfolg. Heute lässt sich fast von einem Fair Trade-Trend sprechen, so kontinuierlich steigt die Zahl der Fair Trade-Konsumenten von Jahr zu Jahr.
Die Menschen haben die Besonderheit und Notwendigkeit von Fairem Handeln verstanden:
Es geht darum, Produzenten angemessene Preise zu zahlen, gute und gerechte Arbeits- und Lebensbedingungen zu schaffen und den Kleinbauern dabei zu helfen, unabhängig und selbstbewusst nach vorn zu blicken. Dazu gehört nun einmal auch der nachhaltige Anbau, damit zukünftige Generationen die Chance erhalten, von der Landwirtschaft zu leben.
Umweltschutz – eine notwendige Basis…
Bio und fair bedingen sich, wie das Forum Fairer Handel in seiner aktuellen Kampagne bio liebt fair herausarbeitet. Auf der dazu eigens kreierten Homepage erläutern die Initiatoren, wie bio und fair zusammenspielen: Umweltschutz ist nämlich eine unabdingbare Komponente geworden, die das Fair Trade-Konzept stützt und weiter vorantreibt:
Grundsätzlich müssen Bauernkooperativen die festgeschriebenen Mindeststandards erfüllen, die dafür sorgen, dass Wasserressourcen geschützt, der Einsatz von Pestiziden verringert und ein umweltfreundliches Abfallentsorgungssystem gefördert wird.
…und Konsequenz
Doch leider wird eine freiwillige und von diesen Standards ungebundene Ausweitung ökologischer Anbaubedingen erst möglich, wenn die finanziellen Mittel vorhanden sind.
Und nur wenn die Anforderungen der Zertifizierungsorganisationen erfüllt sind, erhalten die Kleinbauernkooperativen mehr Geld sowie die Fair Trade-Prämie. Mit dieser Unterstützung eröffnet sich nochmals die Möglichkeit etwas für die Umwelt zu tun, indem Anbaumethoden verbessert und umweltfreundlicher gestaltet werden. Nicht ohne Grund sind die teilnehmenden und zertifizierten Produzenten der Meinung, dass die Umstellung auf Bioware für sie erst durch den Fairen Handel möglich wurde.
Neben dem Mehrerlös hilft auch die Unterstützung durch die Ressource Wissen und Weiterbildung, damit die Kleinbauern eine langfristige Umstellung überblicken und finanziell bewältigen können. Das hilft nicht nur den Konsumenten am Ende der Handelskette, sondern auch den Produzenten dabei, ihre Arbeitsabläufe gesundheitsfreundlicher und schonender zu gestalten.
Ein Besuch lohnt sich
Längst ist die Bio- und Fair Trade-Mentalität in die deutschen Haushalte eingekehrt. Während sich Produkte aus ökologischem Landbau bereits seit Jahren etabliert haben, steigt auch die Zahl der Fair-Denkenden, die sich mittlerweile auf 30 Millionen Verbraucher beläuft. 2011 konnten 570 Organisationen weltweit gezählt werden, mit denen deutsche Händler eine faire Partnerschaft abgeschlossen haben.
Die Kampagne des Forum Fairer Handel geht den Weg der Aufklärung weiter und ermöglicht einen Blick hinter die Kulissen. So bekommen Interessierte einen ganzheitlichen Eindruck davon, was fair und bio überhaupt bedeuten. Kleine Geschichten rund um die Produzenten, deren Alltagswelt und erfolgreiche Projekte, die Dank der Fair Trade-Prämie Realität wurden, runden den gelungenen Online-Auftritt ab.
Also ran an die Tasten, fertig, los!
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