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So

19

Feb

2012

Welche Faktoren beeinflussen faires Verhalten?

Quelle: Transfair.org

Eine Studie liefert Antworten, die für künftige Fair-Trade-Kampagnen von Bedeutung sind

 

Wie kaufen wir ein? Woran denken wir, wenn wir uns für ein Produkt entscheiden? An das Abendessen, das aus den gekauften Artikeln zubereitet wird? Daran, dass wir unser für den Einkauf geplantes Budget nicht überschreiten? Oder denken wir über die Handelskette nach und den Weg, den das Produkt gegangen ist? Sicherlich, der Preis und die persönlichen Absichten spielen bei den meisten Käufern die größte Rolle – doch wer macht sich die Mühe und gedenkt den Produzenten hinter den Produkten?

 

Wie wird faires Verhalten im Labor untersucht?

 

Forscher des Max-Planck-Institutes sehen genau diese vorhandene oder auch nicht vorhandene Geistesgegenwärtigkeit für den ausschlaggebenden Punkt für oder gegen faires Verhalten an. Innerhalb eines Laborexperimentes wurde an 90 Probanden getestet, inwiefern diese  zu fairem Handeln bereit sind.

Dazu forderten die Forscher die Versuchsteilnehmer auf, Geldbeträge zwischen sich und anderen, ihnen unbekannten, Mitspielern aufzuteilen. Während sie in einigen Runden genaue Informationen darüber erhielten, welche Auswirkungen die jeweilige Aufteilung auf ihre Mitspieler haben, konnten sie in anderen Spielrunden zum Beispiel selbst entscheiden, ob sie über die Konsequenzen aufgeklärt werden möchten. Andernfalls konnten sie auch festlegen, dass diese Informationen gänzlich ausgeblendet werden.

 

Egoismus vs. Selbstlosigkeit – Eine Frage der Information


Unter den 90 Probanden gab es einige, die sich stets fair oder zu jeder Zeit egoistisch verhielten. Die Mehrheit jedoch legte ein anderes Verhalten an den Tag, das sich weder dem einen noch dem anderen Extrem eindeutig zuordnen ließ.

Ein faires Miteinander zeigte sich vor allem, wenn sich die Testpersonen über die Konsequenzen ihrer Entscheidungen im Klaren waren. Andersherum wurde aber auch gern die Möglichkeit des Nicht-Wissens in Kauf genommen, um sich selbst einen Vorteil zu verschaffen.

Zudem gaben die leitenden Forscher an, dass dem Selbstbild der jeweiligen Person eine gesonderte Rolle zukommt. Hält man sich für eine großzügige Person, wird man versuchen während des Versuches daran anzuknüpfen. Gegensätzliche Entscheidungen, die unserem „Ich“ nicht entsprechen, führen zu einem inneren Konflikt. Demnach wäre jeder, der sich für besonders loyal und rücksichtsvoll einstuft innerlich gezwungen auch dieses Verhalten an den Tag zu legen.

 

Nicht-Wissen als Ausweg… und Rechtfertigung


Aufgrund fehlender Informationen ließe sich jedoch eine Lücke im eigenen System finden. Denn durch Nicht-Wissen entstehen erst gar nicht derartige Anforderungen an die eigene Person – und das Selbstbild kann ohne weitere Anstrengung aufrecht erhalten werden.

Aus Sicht der Forscher sind diese Ergebnisse sowohl für Fair-Trade-Produzenten als auch für Organisationen und politische Entscheidungsträger von enormer Bedeutung. Schließlich verdeutlichen die Resultate, welche Bedeutung zusätzliche Informationen spielen oder besser gesagt trotz andauernder Informationsflut immer noch spielen können. Die Verpackungsgestaltung von Fair-Trade-Produkten kann diese Resultate noch deutlicher nutzen und dem potentiellen Konsumenten zeigen, wie man mit einer Kaufentscheidung auf ein anderes Leben Einfluss nimmt. Informationskampagnen können noch intensiver ausgearbeitet und gestaltet werden damit all die Nicht-Wisser zu Wissenden werden.

 

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Fr

10

Feb

2012

Zwei so nah, wie nie zuvor: Bio liebt Fair

Das Forum Fairer Handel beweist: Bio liebt Fair

Bio ist nicht gleich fair – genau das dürfte vielen Lesern inzwischen bewusst sein. Doch so unterschiedlich die Herangehensweisen auch sein mögen, Berührungspunkte gibt es dennoch.

 

In Sachen bio steht vor allem der Nachhaltigkeitsgedanke an erster Stelle. Mit schonendem, ökologischem Landanbau sollen natürliche Lebensgrundlagen langfristig erhalten werden. Dagegen hat sich der deutlich jüngere Ansatz des Fairen Handels erst in den 60er Jahren etabliert – und das mit Erfolg. Heute lässt sich fast von einem Fair Trade-Trend sprechen, so kontinuierlich steigt die Zahl der Fair Trade-Konsumenten von Jahr zu Jahr.

Die Menschen haben die Besonderheit und Notwendigkeit von Fairem Handeln verstanden:

 

Es geht darum, Produzenten angemessene Preise zu zahlen, gute und gerechte Arbeits- und Lebensbedingungen zu schaffen und den Kleinbauern dabei zu helfen, unabhängig und selbstbewusst nach vorn zu blicken. Dazu gehört nun einmal auch der nachhaltige Anbau, damit zukünftige Generationen die Chance erhalten, von der Landwirtschaft zu leben. 

 

Umweltschutz – eine notwendige Basis…

Bio und fair bedingen sich, wie das Forum Fairer Handel in seiner aktuellen Kampagne bio liebt fair herausarbeitet. Auf der dazu eigens kreierten Homepage erläutern die Initiatoren, wie bio und fair zusammenspielen: Umweltschutz ist nämlich eine unabdingbare Komponente geworden, die das Fair Trade-Konzept stützt und weiter vorantreibt:

Grundsätzlich müssen Bauernkooperativen die festgeschriebenen Mindeststandards erfüllen, die dafür sorgen, dass  Wasserressourcen geschützt, der Einsatz von Pestiziden verringert und ein umweltfreundliches Abfallentsorgungssystem gefördert wird.

 

…und Konsequenz

Doch leider wird eine freiwillige und von diesen Standards ungebundene Ausweitung ökologischer Anbaubedingen erst möglich, wenn die finanziellen Mittel vorhanden sind.

Und nur wenn die Anforderungen der Zertifizierungsorganisationen erfüllt sind, erhalten die Kleinbauernkooperativen mehr Geld sowie die Fair Trade-Prämie. Mit dieser Unterstützung eröffnet sich nochmals die Möglichkeit etwas für die Umwelt zu tun, indem Anbaumethoden verbessert und umweltfreundlicher gestaltet werden. Nicht ohne Grund sind die teilnehmenden und zertifizierten Produzenten der Meinung, dass die Umstellung auf Bioware für sie erst durch den Fairen Handel möglich wurde. 

Neben dem Mehrerlös hilft auch die Unterstützung durch die Ressource Wissen und Weiterbildung, damit die Kleinbauern eine langfristige Umstellung überblicken und finanziell bewältigen können. Das hilft nicht nur den Konsumenten am Ende der Handelskette, sondern auch den Produzenten dabei, ihre Arbeitsabläufe gesundheitsfreundlicher und schonender zu gestalten.

 

Ein Besuch lohnt sich

Längst ist die Bio- und Fair Trade-Mentalität in die deutschen Haushalte eingekehrt. Während sich Produkte aus ökologischem Landbau bereits seit Jahren etabliert haben, steigt auch die Zahl der Fair-Denkenden, die sich mittlerweile auf 30 Millionen Verbraucher beläuft. 2011 konnten 570 Organisationen weltweit gezählt werden, mit denen deutsche Händler eine faire Partnerschaft abgeschlossen haben.

Die Kampagne des Forum Fairer Handel geht den Weg der Aufklärung weiter und ermöglicht einen Blick hinter die Kulissen. So bekommen Interessierte einen ganzheitlichen Eindruck davon, was fair und bio überhaupt bedeuten. Kleine Geschichten rund um die Produzenten, deren Alltagswelt und erfolgreiche Projekte, die Dank der Fair Trade-Prämie Realität wurden, runden den gelungenen Online-Auftritt ab.

Also ran an die Tasten, fertig, los!

 

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Mi

25

Jan

2012

Kaffee – Luxusgut oder Grundnahrungsmittel?

Die Kaffeesteuerdiskussion geht in die nächste Runde

gegen Kaffeesteuer Quelle: http://www.gegen-kaffeesteuer.de/presse.html

Bereits seit einigen Jahren werden immer wieder Petitionen bei der Bundesregierung eingereicht mit der Bitte, die Kaffeesteuer endlich abzuschaffen. Viel zu lang schon wird eine unrechtmäßige Zweitsteuer auf das schwarze Gold erhoben, so die Initiatoren entsprechender Unterschriftenaktionen. Die Meinungen sind geteilt, Argumente auf beiden Seiten vorhanden.

 

Heute möchten wir die andauernde Diskussion beleuchten, die Pro- und Contra-Seiten vorstellen sowie die aktuelle Initiative der Hamburger Traditionsrösterei J.J. Darboven.

 

1781 – in diesem Jahr wurde durch Friedrich den Großen der Grundstein für die noch heute existierende Kaffeesteuer gelegt. Grund hierfür war der ansteigende Kaffeekonsum im 17. Jahrhundert. Es folgte das Konzept des Einfuhrzolls, das noch vor der Gründung des Deutschen Reiches eine bedeutsame und unverzichtbare Einnahmequelle der Einzelstaaten war. Heute, 231 Jahre später, fällt zwar der Einfuhrzoll für die Bohnen weg, doch dafür ist der Röstvorgang zur entscheidenden Komponente in der Steuerdiskussion geworden. Erst durch die Weiterverarbeitung der Bohnen wird Kaffee zur steuerpflichtigen Ware, weshalb der Staat von einer Verbrauchssteuer spricht. Dabei muss sowohl für Röst-, als auch für löslichen Kaffee oder kaffeehaltige Ware wie Cappuccino oder Kaffeepralinen eine Steuer gezahlt werden. Die Einnahmen sind enorm, denn jährlich verdient der Bund allein durch die Kaffeesteuer rund eine Milliarde Euro.

 

Problematisch – und zugleich wichtigstes Argument der Gegner – ist die doppelte Steuerbelastung. Schließlich setzt sich der Kaffeepreis nicht nur durch Kaffeesteuer und Warenpreis zusammen, sondern zusätzlich wird die allseits bekannte Mehrwertsteuer erhoben. Eine derartige Regelung, wie sie in Deutschland zu finden ist, gibt es nur noch in wenigen EU-Staaten, wie zum Beispiel Belgien, Dänemark, Lettland und Rumänien. Doch auch dort fällt die Höhe der Steuer wesentlich geringer aus als in Deutschland.

Warum geht man diesen Weg weiter? Nun, die Deutschen trinken gern und viel Kaffee – in einem Jahr werden hierzulande mehr als eine halbe Million Tonnen Rohkaffee verarbeitet. Diese wichtige Einnahmequelle will man sich aufgrund des hohen Schuldenberges verständlicherweise nicht entgehen lassen. Die derzeitige Schuldenkrise der EU-Länder verschärft die Lage ein weiteres Mal, nämlich dann, wenn Deutschland auf seinen Förderungen für geleistete Bürgschaften sitzen bleibt.

 

Andererseits leuchten die Argumente der aktuellen Initiative gegen die Kaffeesteuer von J.J. Darboven ebenfalls – und vor allem aus Sicht der Konsumenten – ein. „Bis zu 40 Prozent des Endverbraucherpreises für Kaffee gehen in Deutschland direkt an den Fiskus“, geben die Verantwortlichen auf ihrer Seite www.gegen-kaffeesteuer.de an. Sie erinnern des Weiteren daran, dass die Kaffeesteuer einst als Luxussteuer eingeführt wurde, woran heute kaum mehr zu denken sei. Vielmehr gilt Kaffee in jedem deutschen Haushalt als DAS Grundnahrungsmittel schlechthin, mit welchem steuertechnisch anders zu verfahren sei.

Außerdem sehen sie durch die hohe Steuer einen Wettbewerbsnachteil für deutsche Kaffeeunternehmen. Ist der Preis hoch, konsumieren die Deutschen weniger, was sich auch nachteilig auf die Produzentenländer auswirkt. Ein weiteres Argument, das bisherige Petitionen bereits nutzten, ist der hohe administrative Aufwand, der durch die Kontrolle der Steuerabführung erfolgt. Doch die Gegenseite hält bisher eisern an der Steuer fest. Schließlich handelt es sich um eine Verbrauchssteuer wie bei Tabak- und Alkohol. Und auch der Verwaltungsaufwand wäre in diesem Fall kaum vorhanden, wie es in der Begründung zum Ablehnungsbescheid hieß.

 

Vielleicht schafft es ja das Familienunternehmen J.J. Darboven neuen Wind in die Diskussion zu bringen. Tatkräftige Unterstützung von Experten verschiedenster Bereich haben sie bereits, wie die dazugehörige Website zeigt. Nun fehlt es nur noch an Unterstützung aus der Bevölkerung, damit eine möglichst lange Liste an Unterschriften beim Deutschen Bundestag eingereicht werden kann. Sofern die Aktion Erfolg zeigt, möchte die Traditionsrösterei die Preisreduzierung in vollem Maß an den Kunden weitergeben, erklärt Albert Darboven, was bedeutet, dass der Warenpreis identisch bliebe und lediglich die Mehrwertsteuer hinzukäme.

Pro- oder Contra Kaffeesteuer? Die Diskussion wird weiter anhalten…und wir berichten!

 

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