Das Fairtrade Siegel
Jeder aufmerksame Einkäufer kennt es, das farbenfrohe Fair Trade Symbol, das uns auf einer Vielzahl von Verpackungen begegnet.
Es garantiert fair gehandelte Waren und erleichtert den Einkauf, indem es die eigene Überprüfung mittels Nachfragen beim Händler überflüssig macht. Und das nicht nur für Kaffee, sondern für eine Vielzahl weiterer Produkte, von Fair Trade Bananen bis Fair Trade Baumwolle.
Doch welche Anforderungen müssen Produzenten, Händler und Unternehmen erfüllen, damit sie ihre Produkte mit diesem Siegel kennzeichnen dürfen?
Antworten liefert der gemeinnützige Verein TransFair, der es
sich bereits seit über 18 Jahren zur Aufgabe macht, die Armut von Kleinbauern durch Fairen Handel zu bekämpfen.
Neben einer intensiv betriebenen Öffentlichkeitsarbeit, vergibt TransFair das Fair Trade-Siegel gemäß festgelegten Standards und macht den Zertifizierungsvorgang transparent.
Die Organisation „ Fairtrade Labelling Organizations International“, kurz FLO, gibt die internationalen Richtlinien für die Vergabe
vor. Dabei handelt es sich um eine Dachorganisation der Fair Trade-Siegelinitiativen wie beispielsweise TransFair für Deutschland oder Max Havelaar für die Schweiz.
Die drei Säulen: Ökonomie, Ökologie und Soziales
Der Anforderungskatalog der FLO beschränkt sich nicht nur auf eine gerechte Entlohnung, sondern bezieht wirtschaftliche, soziale und ökologische Erfordernisse gleichermaßen ein.
In jedem dieser Bereiche müssen die Produzenten Mindestanforderungen erfüllen, um das Fair Trade-Siegel überhaupt erhalten zu können. Da eine andauernde und langfristige Verbesserung der
Lebenssituation im Mittelpunkt steht, müssen die Händler und Produzenten außerdem Fortschritte verzeichnen und sogenannte Fortschrittskriterien erfüllen.
Aus wirtschaftlicher Sicht schreiben die Fair Trade Standards die Zahlung eines Mindestpreises und/oder einer Fair Trade-Prämie vor. Damit soll vor allem eine nachhaltige Produktion gewährleistet, und die Lebenshaltungskosten einer Bauernfamilie gedeckt werden. Die Frage nach "Was ist Fair Trade" lässt sich also mit der Sicherung einfachster Grundbedürfnisse der Kleinbauern erläutern.
Daneben sollen Händler den Bauern eine Vorfinanzierung der Ernte ermöglichen, um ihnen Gelegenheit zu einer ständigen Weiterentwicklung zu geben, die dann nicht von vornherein aufgrund zu hoher
Kosten scheitert. Ein weiteres Ziel stellt die Stärkung des Selbstbewusstseins der Beschäftigten dar. Ihnen sollen bestimmte Rechte wie Versammlungsfreiheit, Sicherheit am Arbeitsplatz sowie die
ständige Möglichkeit zur Weiterbildung zugesprochen werden. Des Weiteren gehört das Verbot von Kinder- und Zwangsarbeit zu den Richtlinien, der Produzenten und Händler Folge leisten müssen.
Außerdem verlangt die FLO die Einhaltung bestimmter Umwelt-Standards. Dies heißt nicht, dass fair gehandelte Produkte biologisch angebaut werden müssen. Vielmehr geht es darum, die
Bodenfruchtbarkeit zu erhalten, eine Sensibilität für die Verwertung von Abfall zu entwickeln und ebenso die Verwendung von Agrochemikalien zu reduzieren oder sogar zu vermeiden. Die FLO hat dazu
eine Liste mit Substanzen entwickelt, deren Verwendung untersagt ist. Wer auf biologischen Anbau setzt, wird zudem durch einen höheren Mindestpreis gefördert.
Ständige Kontrolle durch FLO-CERT-Inspekteure
Bevor das Fair Trade-Siegels vergeben wird, muss die Einhaltung der Standards kontrolliert werden. Diese Aufgabe übernimmt die Zertifizierungsgesellschaft FLO-CERT mithilfe ihrer weltweit ansässigen Inspekteure. Sie nehmen regelmäßig an Schulungen teil und kennen die Gegebenheiten vor
Ort, um auch die Erfüllung von Fortschrittskriterien einschätzen zu können. Da sich die Bauern zunächst zu Organisationen zusammenschließen müssen, um am Zertifizierungsprogramm teilzunehmen,
sind die Inspekteure oft mehrere Wochen vor Ort. Dabei können sie aufgrund der Vielzahl von Produzenten oft nur stichprobenartige Kontrollen durchführen. Im Anschluss daran gelangen die Berichte
zu FLO-CERT, wo sie wiederum von einem unabhängigen Komitee eingeschätzt werden. Selbstverständlich werden die Bedingungen in den Anbauländern ständig kontrolliert. Zum Beispiel, indem das
Fair Trade-Zertifikat alle drei Jahre erneuert werden muss.
Folglich können Konsumenten, wann immer sie diesem Siegel auf Verpackungen begegnen, auf die Einhaltung der Fair Trade-Standards vertrauen.
Übrigens: Das Siegel findet sich auch auf allen angebotenen Produkten im Happy Coffee-Shop.