Kaffeewaage Espressowaage Acaia Pearl

Die Kaffeewaage: So hast du Brew Ratios und Aroma-Extraktion im Griff!

Brauchst du für guten Kaffee oder Espresso wirklich eine Kaffeewaage? Sagen wir so: Wenn du den Geschmack in deiner Tasse optimieren willst und gern experimentierst, ist so ein Gerät definitiv eine gute Entscheidung. Denn neben hochwertigen Kaffeebohnen wie z.B. von Happy Coffee und einer soliden Kaffeemühle ist eine Kaffeewaage essenziell, um das beste Ergebnis erzielen – egal ob du Filterkaffee brühen oder mit dem Siebträger arbeiten willst.

Eine gute Kaffeewaage muss nicht viel kosten, arbeitet extrem präzise und funktioniert relativ selbsterklärend. Wir raten zu dieser smarten Investition, um mit wenig Aufwand den Genuss zu verbessern. Und nein, eine Küchenwaage ist nicht dasselbe 😉

In diesem Artikel erfährst du, wieso eine Kaffeewaage für Brührezepte – allen voran zum Erfüllen der sogenannten Brew Ratio – so wichtig ist. Wir erklären, welche konkreten Vorteile eine Kaffeewaage hat, und stellen beliebte Modelle ausführlicher vor.

Acaia Pearl

Das smarte Profi-Modell für Kaffee und Espresso

Hario V60 Drip Scale

Solide, günstige Wahl für guten Filterkaffee

Brewista Smart Scale II

Preis-Leistungs-Tipp vor allem für Espresso

Timemore Black Mirror

Schnell, verlässlich und ohne Firlefanz

1. Brew Ratio: Das Kern-Maß deiner Kaffeewaage erklärt

Die Brew Ratio: Kaum ein anderer technischer Faktor ist so wichtig, wenn du wohlschmeckenden Kaffee und Espresso zubereiten willst. Unter dieser „Brührate“ verstehen Barista das perfekte Verhältnis vom eingesetzten Kaffeepulver („IN“ bzw. „DOSE“) und der erhaltenen Kaffeemenge („OUT“ bzw. „YIELD“). Letzteres hängt unmittelbar von Wassermenge ab. Daher kann man auch folgendes sagen:

Die Brew Ratio beschreibt das ideale Verhältnis von Kaffeemehl (in Gramm) zu Brühwasser (in Gramm bzw. Milliliter), um bei der Zubereitung von Kaffee und Espresso das gewünschte Aroma zu erzielen.

Zusammen mit weiteren Parametern wie der Durchlaufzeit des Brühwassers, dem Mahlgrad und der Wassertemperatur macht die Brew Ratio sogenannte Brührezepte aus.

Kaffeewaage Barista
Ein Barista beim Handbrühen von Filterkaffee mittels Kaffeewaagen Barista

1.1 So arbeiten Hobby Barista mit der Brew Ratio

Nicht nur den Profis, auch dir zu Hause hilft die Brew Ratio, deinen Kaffeegenuss reproduzierbar zu machen. Denn sie bestimmt, wie intensiv du dein Kaffeemehl mit Wasser extrahierst, und beeinflusst, ob das Ergebnis letztlich deine persönlichen Geschmacksvorlieben trifft. Dafür brauchst unbedingt eine Kaffeewaage, den diese speziellen Feinwaagen messen auf 0,1 Gramm besonders akkurat. Damit misst du die richtige Menge an Kaffeemehl und Brühwasser ab und behältst dank Timer die Durchlaufzeit im Blick.

Für jede Art der Zubereitung von Kaffee und Espresso wird eine andere Brew Ratio empfohlen. Das liegt daran, dass je nach Kaffeebereiter oder Maschine das Kaffeemehl unterschiedlich lange mit dem Brühwasser in Kontakt ist.

In der Regel wird die Brew Ratio als Relation angegeben. Beispielsweise bedeutet eine Brew Ratio von 1:2 für Espresso, dass auf einen Teil Kaffeepulver zwei Teile Wasser kommen. Du nimmst also doppelt soviel Brühwasser wie Kaffeemehl, und kannst diese Relation auf die gewünschte Menge umrechnen. Ein einfacher Espresso (ca. 25 ml) erfordert demnach 12,5g Kaffee, ein doppelter Espresso (ca. 50 ml) entsprechend 25g.

Kaffeewaage Siebträger
Die Hario V60 Drip Scale beim Abmessen des Kaffeemehls im Siebträger

1.2 Wichtige Brew Ratios je nach Zubereitung im Überblick

Das „Löffelmaß“ hat bei der Kaffee- und Espressozubereitung genauso wie “Pi Mal Daumen” ausgedient, wenn du wirklich gute Ergebnisse erzielen möchtest. Es ist einfach zu ungenau und tut weder den Dichte- und Gewichtsunterschieden einzelner Kaffeesorten, noch unterschiedlich starken Röstungen und extra entwickelten Brührezepten Genüge.

Keine Angst: Damit es leichter wird, haben wir dir hier – basierend auf unseren eigenen Erfahrungen und den Tipps von Profi Barista aus der Szene – die Brew Ratios für die gängigsten Espresso- und Filterkaffeemethoden herausgesucht. Wenn du auf die Art der Zubereitung klickst, bekommst du über einen Link die spezifisches Guides angezeigt.

ZubereitungBrew RatioBrühdauerBrühtemperatur
Handfilter, z.B. Hario1:15 – 1:172 – 3 Min.91 – 95 °C
Chemex1:16 – 1:174 – 5 Min.96 °C
Aeropress1:10 – 1:151 – 2 Min.80 – 85 °C
French Press1:12 – 1:154 Min.92 – 94 °C
Filterkaffeemaschine1:15 – 1:174 – 5 Min.92 – 96 °C
Espressokocher1:7 – 1:101 Min.max. 99 °C
Siebträgermaschine1:220 – 30 Sek.90 – 95 °C

Die genannten Brew Ratios sind als Ausgangspunkte zu verstehen. Fang damit an und nehme bei Bedarf kleine Änderungen vor, bis es dir am besten schmeckt. Ein Brew Ratio Spickzettel in der Kaffeecke ist eine gute Idee! Und nicht wundern – gerade im Specialty Coffee Bereich wird teils auch mit abweichenden Parametern experimentiert.


2. Die Kaffeewaage: Vorteile und Anwendung in deiner Kaffeeküche

Wir von Happy Coffee brühen schon seit einigen Jahren mit Unterstützung von Kaffeewaagen. So haben wir die Extraktion der Aromen besser im Griff, und es macht auch Spaß, für jede Sorte ein wenig an der Brew Ratio und dem Brührezept zu tüfteln.

Kaffeewaage Kaffeeküche
Eine Kaffeewaage gehört in jede gut sortierte Kaffeeküche

2.1 Vorteile einer Kaffeewaage gegenüber der Küchenwaage

Kaffeewaagen – manchmal wegen bestimmten Merkmalen auch Espressowaagen genannt – sind smarte Fein- bzw. Präzisionswaagen, die speziell zur Kaffee- und Espressozubereitung konzipiert sind. Sie haben folgende Vorteile:

  • Eine Kaffeewaage misst extrem genau. Im Gegensatz zu Küchenwaagen misst eine Kaffeewaage in 0,1 Gramm Schritten. Diese Präzision brauchst du bei der Zubereitung von perfektem Kaffee und Espresso, denn der Spielraum für Messfehler ist leider sehr klein. Wir haben persönlich beim Testen sogar festgestellt, dass handelsübliche Küchenwaagen teils nicht einmal aufs Gramm genau messen und mitunter stark schwanken. Da muss man sich dann nicht wundern, wenn es trotz Brew Ratio nicht schmeckt, und kann Abwiegen auch ganz sein lassen.
  • Die zusätzliche Timer-Funktion der Kaffeewaage ist wichtig. Denn damit kontrollierst du die Durchlaufzeit, sprich, ob das Brühwasser in der anvisierten Zeit durch das Kaffeemehl läuft. Ist die Brühdauer zu kurz, ist der Kaffee unterextrahiert und läppisch, ist sie zu lang, schmeckt es zu stark bis bitter. In dem Fall solltest du den Mahlgrad deiner Kaffeemühle anpassen und mit der Kaffeewaage weiter experimentieren.
  • Eine Kaffeewaage hat die perfekte Größe. Klingt vielleicht trivial, aber nicht jede Küchenwaage passt unter deinen Kaffeebereiter oder deine Maschine. Eine gute Kaffee- bzw. Espressowaage hingegen ist klein, quadratisch und flach – so dass du sie z.B. direkt unter deine Espressomaschine stellen kannst. Außerdem hilft die kleine Größe bei der richtigen Platzierung der Kanne oder Tasse, um Messfehler zu vermeiden. Platzsparend und einfach zu verstauen ist das Ganze dann natürlich auch.
  • Sie ist ausgelegt auf eine ambitionierte Kaffeeküche. Dazu hat eine Kaffeewaage teils Extra-Features. Wir mögen etwa die Modelle mit Rutschpad aus Gummi, weil hier Tasse, Kanne oder Bereiter definitiv an Ort und Stelle bleiben. Wenn du Batterien sparen willst, kannst du dir eine mit USB-Kabel aufladbare Variante kaufen. Und viele Kenner schwören auf moderne Kaffeewaagen, die sich per Bluetooth mit einer Smartphone-App koppeln lassen: So werden Zubereitungsexperimente besser dokumentier- und auswertbar.
Kaffeewaage Bohnen abwiegen
Abwiegen unserer Happy Coffee Volcano Kaffeebohnen – ein leckerer Natural – mit der Hario V60 Kaffeewaage

Übrigens: Du kannst mit einer Kaffeewaage natürlich andere Sachen als Kaffeebohnen abwiegen. Oftmals sind die Geräte auf 2 bis 3 Kilogramm ausgelegt; das steht im Handbuch. Umgekehrt – Bohnen mit der Küchenwaage wiegen – funktioniert eher nicht!

2.2 So arbeitest du mit deiner Kaffeewaage

Das Schöne an einer Kaffeewaage ist, dass sie kein hochkomplexes Gerät ist – du kannst quasi sofort loslegen. Damit es noch einfacher wird, habe ich dir die groben Steps zusammengefasst.

Kaffeewaage für Filterkaffee verwenden

  • Tariere die Kaffeewaage, um das Gewicht des Messgefäßes abzuziehen, und wiege deine Kaffeebohnen anhand der gewünschten Brew Ratio ab. Anschließend die Kaffeebohnen mahlen. Du kannst das Gewicht des Mahlguts nochmal kontrollieren, vor allem wenn in deiner Kaffeemühle gern etwas hängenbleibt.
  • Messe dein Brühwasser nach der gewünschten Brew Ratio ab.
  • Manuelle Kaffeebereiter wie die Chemex, die Hario V60 Kanne oder die French Press kannst du nach erneutem Tarieren direkt auf deine Kaffeewaage stellen, um während des Brühvorgangs den Output (Kaffeemenge in Gramm) zu kontrollieren. Bei der Aeropress, die du per Hand drückst, oder bei einer Filterkaffeemaschine mit Warmhalteplatte geht das eher nicht. Vorheriges Abwiegen von Mahlgut und Brühwasser macht dennoch Sinn!
  • Nun geht’s ans Brühen! Je nach Zubereitungsart das Kaffeemehl in den Filter bzw. die Kanne geben, eventuell bloomen lassen, und mit Wasser aufgießen. Wichtig: Überwache die Durchlaufzeit mit dem Timer deiner Kaffeewaage – auch sie gehört zum Brührezept.
Kaffeewaage für Filterkaffee
Die Acaia Pearl Kaffeewaage im Einsatz mit dem Handfilter

Weitere Tipps zum Zubereiten von Filterkaffee kannst du dir in diesem Guide für Pour Over Coffee sowie in diesem Artikel über die Filterkaffeemaschine von Singi, dem Barista unseres Vertrauens, abholen.

Kaffee- oder Espressowaage für Espresso verwenden

  • Das Abwiegen der Kaffeebohnen mit deiner Kaffeewaage und Mahlen läuft bei Espresso eigentlich genauso ab wie für Filterkaffee (siehe oben). Manche Home Barista mahlen aber auch direkt in den Siebträger. So oder so – anschließend muss das Kaffeemehl im Siebträger natürlich noch ordentlich getampt und gelevelt werden.  
  • Danach stellst du deine Kaffeewaage direkt unter den Auslauf der Siebträgermaschine, egal ob du ein elektrisches oder manuelles Modell wie ROK oder Flair nutzt. Stelle eine Espressotasse drauf, tariere die Kaffeewaage, stelle den Timer an und beginne mit dem Brühen.
  • Im Vergleich zu Filter-Methoden sind bei der Espressozubereitung zwei Faktoren noch wichtiger, da wegen der kleineren Menge an Kaffeemehl der Spielraum für top Ergebnisse etwas schmaler ist: Das finale Gewicht des Espresso in der Tasse (vgl. Brew Ratio), und die Durchlaufzeit. Beides verfolgst du mit der Kaffee- bzw. Espressowaage.
Acaia Lunar Espressowaage
Die Acaia Lunar Kaffee- und Espressowaage unter der Siebträgermaschine

Falls du die Zubereitung von Espresso mit Hilfe einer Kaffeewaage nochmal verfolgen willst, dann bietet sich dieses Video an.

Sonstige Zubereitungsmethoden

Auch für andere Zubereitungsmethoden wie den beliebten Espressokocher (Herdkanne bzw. Bialetti), der trotz seines Namens eher Mokka fabriziert, oder blumig-aromatischen Cold Brew bzw. Cold Drip Coffee macht eine Kaffeewaage auf jeden Fall Sinn. Nur wer mit einem bequemen Kaffeevollautomat arbeitet, der fast alles per Knopfdruck tut, wird wahrscheinlich keine Lust auf eine Kaffeewaage haben. Aber falls doch, sollte sich die Menge des Mahlguts, des Wassers und der Mahlgrad am Gerät einstellen lassen. Nur so kannst du die Brew Ratio beeinflussen und mit dem Timer an der Durchlaufzeit schrauben.


3. Kaffeewaage kaufen: Was taugen beliebte Modelle?

Mittlerweile gibt es so einige Kaffeewaagen am Markt. Logisch, alle haben natürlich eine Digitalanzeige, einen Timer, lassen sich in den Regel kalibrieren und schalten sich irgendwann automatisch aus. Schaut man genauer hin, offenbaren sich dann doch einige funktionale Unterschiede – die sich ebenfalls in preislichen Differenzen widerspiegeln:

  • Wie genau misst die Kaffeewaage wirklich? Misst sie in Echtzeit oder gibt es Zeitverzögerungen?
  • Wie wasserdicht ist die Kaffeewaage?
  • Verfügt sie über verschiedene Brüh-Modi und Automatismen? Unterstützt sie dich beim korrekten Aufgießen?
  • Eignet sie sich zur Zubereitung von Filterkaffee und/oder Espresso?
  • Lassen sich die Batterien mit USB-Kabel wiederaufladen?
  • Gibt es smarte Extras wie Bluetooth, Brühguides und Steuerung per App?
  • Wie langlebig, robust und platzsparend ist die Kaffeewaage?
  • Ist die Kaffeewaage angenehm in der Handhabung und auch optisch eine Schönheit?
Kaffeewaage und Kaffeemehl
Kaffeemehl exakt abwiegen – eine Mindestanforderung an die Kaffeewaage

Unserer Erfahrung nach tut man gut daran, zu namenhaften Herstellern zu greifen, da hier keine versteckten Makel lauern (vgl. Kandidat Nummer 5 in unserer Liste). Ansonsten solltest du beim Kauf nach deinen persönlichen Wünschen gehen.

Acaia Pearl: Die wohl beste Kaffee- und Espressowaage für Profis

Als recht junges Unternehmen hat Acaia aus Kalifornien die Kaffeeszene mit hochwertigen wie schönen Kleingeräten revolutioniert: Bei der Specialty Coffee Association hat die Acaia Pearl Kaffeewaage (ca. 230 Euro) den Preis als bestes neues Produkt gewonnen. Im Gegensatz zu anderen uns bekannten Kaffeewaagen misst nur die Acaia so schnell, völlig ohne auch nur minimalste Zeitverzögerung. Heute sieht man die formschönen Acryl-Quader mit 2 Touchscreen Buttons in guten Third Wave Cafés. Das kann die Acaia Pearl alles:

  • + Top-Technologie: misst super akkurat ohne Zeitverzögerung bis 3.000g
  • + Real Time Flow Indicator: visualisiert und optimiert Aufgußgeschwindigkeit
  • + diverse Brüh-Modi (z.B. einstellbare Zeit- und Gewichtsbenachrichtungen inkl. Musik)
  • + Auto Tara, Tara Save und Auto Timer
  • + Kopplung mit iOS und Android Brew Apps via Bluetooth möglich
  • + wunderschön, robust und aus einem Guss
  • + komplett wasserdicht und leicht zu reinigen, Anti-Rutschpad inklusive
  • + Display mit anpassbarer Helligkeit, das sich selbst in der Sonne lesen lässt
  • + langlebige Lithium-Batterie und Aufladen per USB-Kabel
  • + perfekt für Filterkaffee und auch Espresso
  • – leider sehr teuer

Fazit: Wir empfehlen die Acaia Pearl allen Home Barista, die wirklich viel mit sämtlichen Brüh-Metriken für Kaffee und Espresso experimentieren wollen. Eine Steigerung für den kommerziellen Bereich wäre die kleinere Acaia Lunar, die aus Aluminium statt Kunststoff ist. Für alle anderen, die weniger professionelle Ansprüche haben, tut es auch ein günstigeres der folgenden Modelle.

Hario V60 Drip Scale: Unser Top-Tipp für Filterkaffee

Unsere allererste Kaffeewaage war die allseits beliebte Hario V60 Drip Scale (Modell VSTN, ca. 55 Euro), die komplett in schwarzem Kunststoff daherkommt. Seit einigen Jahren schon leistet uns das rechteckige, etwas längliche Basismodell bei der Zubereitung von Filterkaffee gute Dienste und darf sogar mit zum Camping, weil sie so schön schmal ist. Damit machst du als Filterkaffeetrinker wirklich nichts verkehrt:

+ simples, schlichtes Design

+ gutes Preis-Leistungs-Verhältnis vom japanischen Kaffeeguru Hario

+ super intuitiv: Ein Button für On/Off, ein Button für Start/Stop (Timer) und Tara

+ misst bis 2kg in unterschiedlichen Präzisionsstufen, die für Filterkaffee ausreichen

+ nicht komplett wasserdicht wie Acaia, aber es kann nirgends etwas hineinlaufen

– betrieben mit normalen Batterien, nicht wiederaufladbar

– kleine Messabweichungen, wenn Kaffeebereiter nicht genau in der Mitte steht

– für Espressomaschinen zu sperrig; zu grobe Messintervalle, wenn Siebträger draufliegt

Mittlerweile gibt es die neue Hario V60 Metal Drip Scale (ca. 85 Euro): Eine Variante mit einer metallenen Standfläche, die sich zur leichteren Reinigung abnehmen lässt. Außerdem lässt sich diese verbesserte Kaffeewaage nun auch per USB-Kabel aufladen. Ob man das braucht ist die Frage – die herkömmliche Hario Kaffeewaage wird deutlich mehr gekauft.

Fazit: Fast keines der günstigeren Modelle sieht man mehr auf heimischen Kaffeetresen – die Hario V60 Scale ist bei Filterkaffee-Profis (denen die Acaia zu viel des Guten ist) und Home Brewern nach wie vor beliebt. Espressotrinkern würden wir eher die Acaia oder Brewista (siehe unten) empfehlen.

Brewista Smart Scale II: Preis-Leistungs-Tipp für Espresso

Noch ein junges, amerikanisches Kaffee-Unternehmen: Die professionellen Q-Grader von Brewista haben eine schön handliche Kaffeewaage entwickelt. Mit ihrer Mini-Größe passt die quadratische Brewista Smart Scale II (ab ca. 96 Euro) perfekt auf die Ausgussfläche von Siebträgermaschinen, und seien diese noch so klein. Sie hat vier Buttons (On/Off, Mode, Timer, Tara) und leistet uns zu Hause stets gute Dienste. Das kann die Brewista Smart Scale II:

+ schönes kompaktes Design

+ misst bis 2000g in präzisen 0,1g Intervallen

+ 6 Brühmodi einstellbar (manuelle oder automatische Messung, v.a. für Espresso)

+ Auto-Tara und Umstellung von Gramm in Unzen möglich

+ nanobeschichtete Wiegefläche und abnehmbares Rutschpad aus Gummi

+ quasi wasserdicht da nirgends Wasser eindringen kann

+ langlebige, mit USB-Kabel wiederaufladbare Lithium-Ionen-Batterie

– USB Kabel teils nicht mitgeliefert

Fazit: Die Brewista Smart Scale II ist unser Preis-Leistungs-Tipp, vor allem für die Zubereitung von Espresso – aber auch Filterkaffee. Es passen auch größere Kaffeebereiter wie die Chemex drauf, aber für eine Bodum French Press wird die Wiegefläche etwas zu klein. Hier arbeitet es sich mit der Hario Scale (siehe oben) einfacher.

Timemore Black Mirror Basic Pro: Super Kaffee- und Espressowaage

Optisch eine gelungene Verschmelzung zweier bereits vorgestellter Geräte: Die Timemore Black Mirror Basic Pro (ab ca. 75 Euro) glänzt aus einem Guss wie die Acaia Pearl, und ist dabei fast so klein wie die Brewista Smart Scale. Im Gegensatz zum Vorgänger-Modell („Basic Plus“) trumpft sie mit genauerer, schnellerer Messtechnik und Extra Features auf. Sie ist komplett aus schwarzem Kunststoff gefertigt und kann mit ihren zwei Buttons (Timer und On/Off) das Nötigste – auf „Smartes“ wie eine App-Verbindung wurde bewusst verzichtet:

+ minimalistisches Design, robust und kratzfest

+ misst bis 2kg sehr genau und reaktionsschnell in 0,1g Intervallen

+ intuitive Bedienung per Touch Display, zusätzlich Ein/Aus-Schalter an der Seite

+ Extra Anzeige zur Flow Rate Überwachung; Timer-Automatik verfügbar

+ beleuchtetes Display, im Standby oder Off komplett schwarz (wie bei Acaia)

+ betrieben mit Lithium-Batterien, wiederaufladbar mit USB-Kabel

– nicht komplett wasserfest, da z.B. haptischer Schalter spritzanfällig

Timemore Kaffee- und Espressowaage
Timemore Kaffee- und Espressowaage: Schnörkelloses Design, verlässlich ohne Firlefanz (Bilder: Amazon)

Fazit: Die Timemore Black Mirror Basic Pro ist eine formschöne Kaffeewaage, die sich für Filter- und Espresso-Zubereitung eignet. Wenn dir das Design gefällt, dann schau dir auch die „angeschrägte“ und nochmal deutlich kleinere Timemore Black Mirror Nano (ca. 90 Euro) an, die spezielle Brüh-Modi für Pour Over und Espresso anbietet.

Coffee Gator: Absolute Budget Kaffeewaage mit Schwächen

Optisch und größentechnisch sieht die extrem günstige Coffeegator Kaffeewaage (ca. 21 Euro) der Hario V6 Drip Scale etwas ähnlich. Schaut man aber genauer hin, fallen einige Unterschiede auf: Coffeegator arbeitet mit 4 Buttons (Power, Tara, Timer, Units), die beim Drücken deutlich klackern, das Display ist mintfarben umrandet und es leuchtet auch noch froschgrün – das muss man mögen. Bei der B-Note zeigen sich leider ebenfalls einige Abzüge:

+ extrem großes, aber grün leuchtendes Display

+ abnehmbare Rutschmatte für die Wiegefläche

+ mit dem „Unit“ Button lassen sich Maßeinheiten verändern (g, ml, oz, lb)

– Versprechen („bis 3kg auf 0,1g genau“) stimmte bei einigen Kunden nicht, Schwankungen im Gramm-Bereich

– nicht wasserdicht

– wird mit nicht wieder aufladbaren Batterien betrieben

– höchstens für Filterkaffee geeignet, für Espresso zu ungenau und zu groß

– Altmodisches Design, laute Knöpfe, Kunststoff wirkt etwas billig

Coffeegator Kaffeewaage
Coffee Gator Kaffeewaage: Ein Schnäppchen mit ein paar Punktabzügen (Bilder: Amazon)

Fazit: Die Coffeegator Kaffeewaage ist nur für Filterkaffee-Trinker eine Option, die es mit den Euros, aber einzelnen Gramm eher nicht so genau nehmen. Das fällt bei größeren Mengen nicht auf, widerspricht aber eigentlich dem Sinn einer Kaffeewaage. Wir raten eher, zur Hario V60 Drip Scale in der nächsthöheren Preisklasse zu greifen.

4. Fazit: Gib der Kaffeewaage eine Chance!

Uns von Happy Coffee gefällt die Third Wave Welle der Kaffeekultur sehr: Sie schenkt nicht nur der Qualität der Bohnen und somit fairen, biologischen Anbaubedingungen, sondern auch der schonenden Röstung und sorgsamen Zubereitung bei dir zu Hause viel Aufmerksamkeit. Mit etwas Spaß am Tüfteln und kleinen Helfern wie der Kaffeewaage, einer guten Kaffeemühle und einem Wasserkessel wirst du Staunen, was sich alles noch am Aroma drehen lässt.

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Heidi ist die "Kaffee-Doktorin" bei Happy Coffee: Zusammen mit Christian hat die promovierte Betriebswirtin das Unternehmen 2008 gegründet und schreibt ausführlich über alle Themen aus der Kaffee-Szene. Egal ob Kaffee-Zubereitung, Kaffeezubehör oder Kaffeespezialitäten - Heidi recherchiert, probiert, fotografiert und berichtet ausführlich für unsere Leserschaft. Privat trinkt sie am liebsten handgefilterten Kaffee zu einem gesunden Frühstück.


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