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Bestimmt hast du Café Crème, nach Schweizer Vorbild auch „Schümli Kaffee“ genannt, schon im Restaurant, beim Bäcker oder im Café auf dem Menü entdeckt. Und dich wahrscheinlich gefragt, was das nun wieder sein soll: Eine Art Filterkaffee, so etwas wie ein verlängerter Espresso oder etwas ganz anderes? Mit dieser leichten Verwirrung du nicht alleine, denn Café Crème ist in der Tat ein kleines Mysterium: Er kennt nicht nur zahlreiche (falsche) Schreibweisen, sondern wird zudem oft missverstanden, was seine Besonderheiten, Aromen und Daseinsberechtigung angeht.  

Bis es die ersten Kaffeevollautomaten – erfunden in der Schweiz ­– gab, waren Café Crème bzw. sein Synonym „Schümli Kaffee“ gänzlich unbekannt. Beide Begriffe bezeichnen einerseits Kaffeebohnen, die mit einer speziellen Röstung und Mischung für Vollautomaten entwickelt wurden. Andererseits meinen sie das Getränk, das man auf Knopfdruck automatisch mit den bequemen Maschinen zubereitet: Eine Art Espresso, aber gebrüht mit der Wassermenge einer Tasse Filterkaffee.

Wer einen Café Crème oder Schümli Kaffee bestellt, bekommt also im Idealfall einen kräftigen Kaffee auf Espressobasis serviert, für den besondere Bohnen verwendet wurden: Besonders insofern, als dass sie sowohl für Espresso taugen als auch eine Art Kaffee. Klingt ein wenig utopisch, oder? Tatsächlich werden diese speziell gerösteten Bohnenmischungen aber schon lange im gewerblichen Bereich eingesetzt, und sind heute für Privathaushalte interessanter denn je: Gerade unter unseren Happy Coffee Kunden sind iele Kaffeevollautomaten-Besitzer. Auch sie zapfen automatisch Café Crème bzw. Schümli Kaffee – je nachdem, wie man es eben nennen mag.

Kaffee aus dem Kaffeevollautomaten

Daher wurde es Zeit, das Thema genauer vorzustellen und wichtige Fragen zu klären: Was hat es mit Schümli Kaffee und Café Crème wirklich auf sich – und kann das entgegen mancher Unkenrufe wirklich schmecken? Was sind gute, sprich universell einsetzbare, Kaffeebohnen für Kaffeevollautomaten? Und was kannst du selbst tun, damit dein Vollautomaten-Kaffee gut gelingt? Die Antworten auf diese Fragen liest du hier!

1. Schümli Kaffee bzw. Cafè Creme: Wer hat’s erfunden?

Kräuterbonbons, Taschenmesser und Kaffeevollautomaten: Alles Dinge, die in der Schweiz erfunden worden sind. Bei den Kaffeevollautomaten ging es darum, bequem – auf Knopfdruck oder durch Schalterdrehen – Espresso bzw. espressobasierte Getränke mit Milch oder Milchschaum herzustellen, z.B. den beliebten Cappuccino und Latte Macchiato. Ein Wunsch, der den Bedürfnissen von Hotels, Restaurants, Bäckereien & Co. entsprach, wo das Hauptgeschäft nicht der Kaffeeausschank war, aber irgendwie mit dazugehörte. Hier hatte man im Gegensatz zu professionellen Cafés weder die Zeit noch das Budget, um für jede Tasse einen Barista an der komplexen Siebträgermaschine hantieren zu lassen. Dennoch wollte man geschmacklich überzeugende Kaffeegetränke ausschenken, wie man sie vom benachbarten Italien – der Wiege der Espressokultur – kannte.

Schümli Kaffee bzw. Café Crème kamen als Wortschöpfungen der Hersteller ins Spiel, als man spezielle Bohnenmischungen für Kaffeevollautomaten entwickelte. Eigentlich logisch: Die Geräte besitzen weder Filter wie Filterkaffeemaschinen und arbeiten im Kolben zwar mit Druck, aber mit viel weniger als Siebträgermaschinen. So musste etwas Eigenes in Sachen Kaffeebohnen her. 

Schümli Kaffee - Café Crème - Kaffeevollautomat

Ein Fakt, der die Schöpfung von eigens für Kaffeevollautomaten kreierten Bohnensorten anfeuerte, war die zunehmende Beliebtheit der bequemen Geräte auch im privaten Bereich. Als sich die Schweizer Firma Jura anschickte, vor allem den deutschen Markt zu erobern, stieß sie auf die Tatsache, dass die Kunden am liebsten Filterkaffee mochten – Kaffeevollautomaten aber dafür eigentlich nicht gedacht waren. Es musste also eine Art „eierlegende Wollmilchsau“ her: Kaffeebohnen, die sowohl zur Herstellung von Espresso und espressobasierten Getränken taugten, als auch zum Zapfen einer „verlängerten“ Variante, die einem Filterkaffee geschmacklich nahekam. Voila: Auftritt für den Schümli Kaffee und Café Crème!

2. Aus dem Vollautomaten: Espresso und Kaffee auf Espressobasis

Kaffeevollautomaten arbeiten im Inneren mit einem Kolben, der beim Brühen für sehr heiße Temperaturen sorgt, und Druck aufbaut. Allerdings liegt der tatsächliche Druck – entgegen den bis zu 15 Bar, die manche Gerätehersteller gern bewerben – in der Realität bei viel weniger, als wir es von typischen Espressomaschinen mit Siebträgern kennen. Ansonsten arbeiten diese mit demselben Brühverfahren. So bringt eine gute Siebträgermaschine um die 9 Bar Druck auf, während es bei den meisten Kaffeevollautomaten „nur“ 2 bis 3 Bar sind. Daher stammt übrigens auch der Vorwurf, dass diese Geräte ja „keinen echten“ Espresso hinbekämen, sondern mit viel Brühwasser höchstens „Kolbenkaffee“ – was auch immer das sein möge. Stimmt das?!

Kaffee aus dem Kaffeevollautomat - Schümli Kaffee

2.1 Können Kaffeevollautomaten „echten“ Espresso und Kaffee?

Sagen wir es so: Jein. Wenn man Espresso nur akzeptiert, wenn unter sehr hohem Druck nach italienischem Maßstab gedrückt wurde, dann eher nicht. Wohlgemerkt gibt es unter den Kaffeevollautomaten aber auch hochwertige Geräte, die durchaus gute Ergebnisse liefern: Kräftigen Espresso mit deutlicher Crema, die nur meistens viel heller als bei Siebträgermaschinen ausfällt, und dank eines aufschäumenden Ventils am Ausguss ein wenig erschummelt wird. Es handelt sich also eher um ein cremiges, goldenes und flüssigeres „Schäumchen“ – von den Schweizern liebevoll „Schümli“ genannt – als um die dichtere, braunere und festere Crema, wie man sie vom Espresso aus Siebträgern kennt. Aber Hauptsache, es schmeckt, oder? 

Und wie sieht es mit Kaffee aus? Wird mit dem Kaffeevollautomaten Kaffee auf Espressobasis hergestellt, spricht man gern vom „Schümli Kaffee“ – weil er ebenfalls eine helle, zarte Crema trägt. Die Zubereitung erfolgt wie beim Espresso: Etwa dieselbe Menge an Espressopulver, ungefähr dieselbe Brühzeit von rund 30 Sekunden, aber mit bis zu viermal soviel Brühwasser, was etwa der Menge einer normalgroßen Tasse Filterkaffee entspricht. Üblich sind in der Schweiz und in Norditalien um die 240ml, doch gerade in Cafés kann das variieren. Synonym wird Schümli Kaffee auch gern „Café Crème“ genannt, was (wie wir gleich zeigen) allerdings nichts mit der Crema zu tun hat.

Geschmacklich sollte man Café Crème bzw. Schümli Kaffee trotz der etwa identischen Menge in der Tasse nicht mit Filterkaffee vergleichen. Während gerade handgefilterter Kaffee sehr komplex schmecken kann – weil das feine Filterpapier blumige, fruchtige und zitrische Noten aus den Bohnen herauskitzelt – ist Cafè Crème dem Espresso näher und daher viel kräftiger, mit deutlich stärker ausgeprägten Schokoladen- und Röstaromen.  

Schümli Kaffee - Cafe Creme - Kaffeevollautomaten

Entgegen aller Unkenrufe kann der Vollautomaten-Kaffee wirklich sehr aromatisch sein. Kleiner Spoiler: Dabei kommt es neben dem richtigen Gerät vor allem auf gute Kaffeebohnen an! Warum das so ist, erfährst du weiter unten.

2.2 Café, Caffe, Crème oder Crema: Wie heißt Vollautomaten-Kaffee nun?

Der kräftige Kaffee auf Espressobasis aus dem Kaffeevollautomaten kennt mittlerweile viele Namen und Schreibweisen, was zugegeben recht verwirrend ist. Aber eigentlich musst du dir von den folgenden nur die ersten beiden merken: Schümli Kaffee und Café Crème.

Schümli Kaffee (korrekt):Vom Schweizerischen „Schum“ (Schaum) bzw. „Schümli“ (Schäumchen) abgeleitet spielt der Begriff auf die helle Schaumkrone bzw. zarte Crema an. Allerdings soll der Name in der Schweizer Heimat so gut wie keine Verwendung mehr finden, dafür aber um so mehr in Deutschland. Wir können nur vermuten, dass das womöglich auf das Marketing der Schweizer Kaffeevollautomaten-Hersteller zurückzuführen ist, die ihren Kunden gern die „passenden“ Bohnen mitlieferten – und diese ebenfalls nach ihrer Mundart benannten. Wie gesagt, das ist aber nur eine vorsichtige These.

Café Crème (korrekt): Unter diesem Namen bestellt man vor allem in der Schweiz, aber auch in anderen deutschsprachigen Ländern ebenfalls einen Kaffee aus dem Vollautomaten – er wird synonym zum „Schümli Kaffee“ verwendet. Wir nehmen an, dass dieser Begriff aus der französisch-sprachigen Schweiz stammt: Café meint „Kaffee“ und „Crème“ ist die Bezeichnung vom Rahm bzw. der Sahne. Denn obwohl er oft pur getrunken wird, geben viele dem kräftigen Kaffee auf Espressobasis noch einen Schuss Kaffeesahne oder Milch (und teils auch etwas Zucker) hinzu, um ihn sanfter zu machen. 

Schümli Kaffee - Cafe Creme

Caffè Crema (veraltet): Diese ältere Schreibweise aus den 1940ern und 50ern wurde von Gaggia geprägt, dem Espressomaschinenhersteller, und bezeichnete normalen Espresso, für den früher schon aromatische Crema das Qualitätsmerkmal war. Ab den 1980ern nutzte man den Begriff auch in Norditalien, Deutschland, Österreich und der Schweiz, meinte dann aber schon das „längere“ Getränk, das sich heute unter dem Namen „Café Crème“ und „Schümli Kaffee“ eingebürgert hat. Etwas völlig anderes ist der „Crema Caffè“ als kalte, in einer Maschine kontstant cremig gerührte Variante vom Espresso.

Café Crema / Kaffee Crema (falsch):Vom Wortursprung her sind beides eigentlich falsche Bezeichnungen, die entstehen, wenn Fremdwörter in den eigenen Sprachgebrauch überführt werden. Denn man mixt den älteren italienischen Namen „Caffè Crema“ mit Französisch (Café) bzw. Deutsch (Kaffee). Nicht gänzlich falsch, aber zu einfach 1:1 übersetzt ist „Cream Coffee“ (Kaffee mit Milch) als englische Wortschöpfung. 

2.3 Ist Café Crème dasselbe wie ein Café Americano?

Nein! Wer mit Kaffeevollautomaten eine volle Tasse Kaffee zapft, landet zwangsläufig beim Café Crème bzw. Schümli Kaffee: Der wird vom Gerät wie ein Espresso zubereitet, aber mit bis zu viermal so viel Brühwasser. Das klingt ein bisschen wie ein Café Americano, den Starbucks-Gründer Howard Schulz für Kunden erfand, denen ein „kleiner“ Espresso nicht reichte. In der Tat wird er oft mit Vollautomaten-Kaffee verwechselt. Der Unterschied ist leicht erklärt:

Beim Café Americano bzw. Long Black (links im Bild) handelt es sich um einen Espresso aus der Siebträgermaschine, der nach dem Brühen mit heißem Wasser aufgegossen bzw. „verlängert“ wird. Im Gegensatz dazu wird ein Café Crème bzw. Schümli Kaffee aus dem Vollautomaten (rechts im Bild) direkt mit der höheren Wassermenge aufgebrüht. Daher schmeckt beides etwas anders.

Americano versus Café Crème bzw. Schümli Kaffee

Sucht man zum Café Crème wirklich ein Pendant aus der Siebträgermaschine, dann landet man am ehesten beim Espresso Lungo. Im Gegensatz zum Ristretto (ein verkürzter, starker Espresso mit der Hälfte des üblichen Brühwassers) handelt es sich beim Lungo genau um das Gegenteil: Einen schwächeren Espresso, für den doppelt so viel Brühwasser durch den Siebträger läuft. Wegen der langen Kontaktzeit von Kaffee und Wasser können hier bittere Noten überwiegen. Damit es trotzdem schmeckt, nutzen Baristi einen Trick: Den doppelten Auslauf mit dem tiefen Sieb für einen einfachen Espresso befüllen, nicht tampen und los!

3. Schümli Kaffee & Co: Welche Bohnen für Vollautomaten? 

Inzwischen ist klar, dass Schümli Kaffee bzw. Café Crème eine ganz eigene Art von Kaffee auf Espressobasis sind – und immer aus dem Vollautomaten kommen. Daher verwundert es nicht, dass spezielle Kaffeebohnen für die Geräte verkauft werden. Doch braucht man die wirklich? Jein! Einerseits kannst du eigens für Café Crème kreierte Blends nutzen, andererseits tun es aber auch hochwertige Espressobohnen. Wir stellen beide Optionen etwas näher vor.

Schümli Kaffee - Café Crème - Kaffeebohnen Kaffeevollautomat

3.1 Spezielle Blends für Café Crème aus dem Vollautomaten 

Du willst mit dem Kaffeevollautomaten Espresso und espressobasierte Kaffeespezialitäten, aber auch eine Art Kaffee in Form von Café Crème zubereiten? Dann sind spezielle Kaffeesorten für dich interessant, die genauso wie der Kaffeevollautomat erstmals in der Schweiz aufkamen. Normale Filterröstungen empfand man für Schümli Kaffee als ungeeignet, weil sie mit dem Druck und den höheren Brühtemperaturen in den Geräten nicht auskamen. Es musste also eine Art Espressoröstung sein, um Crema und kräftigen Geschmack zu erhalten, aber dennoch mit feineren Noten, wie man sie eben von Filterkaffee kennt. Daher haben Kaffeebohnen für Vollautomaten folgende Eigenschaften:

  • Helle bis mittlere Espressoröstung.Kaffeebohnen im Kaffeevollautomaten sollen für Espresso, aber auch für Café Crème als eine Art Kaffee auf Espressobasis funktionieren. Damit der „Schümli Kaffee“ im Geschmack tatsächlich an Filterkaffee erinnert, dürfen aber nicht so viele Röstaromen wie beim klassischen Espresso in die Tasse kommen. Daher sind eigens für Vollautomaten kreierte Sorten helle bis mittlere Röstungen, die quasi zwischen der hellen Filterröstung und der dunklen Espressoröstung angesiedelt sind.
  • Blend bzw. Bohnenmischung.Bohnen für Café Crème und Schümli Kaffee sind Blends bzw. Mischungen, um den Spagat zwischen Espresso und espressobasiertem Kaffee zu schaffen. Dafür werden gern Arabica-Bohnenfür feine Aromen und Robusta-Bohnen für eine kräftige Crema kombiniert. Andererseits können Röster diese Balance aber auch mit reinen Arabica Blends erreichen, indem sie (wie auf dem folgenden Bild) eine helle und eine dunklere Röstung derselben Bohne mischen – so bleiben die geschmacklichen Charakteristika der Anbauregion gewahrt. In traditionellen Schweizer Röstungen finden sich sogar oft drei Röstgrade: Hell, mittel und dunkel.

Schümli Kaffee - Café Crème - Kaffeebohnen

3.2 Single Origins: Gute Espressobohnen für den Vollautomaten 

Als Kaffeehändler wissen wir, dass viele unserer Kunden für ihren Kaffeevollautomaten anstatt spezieller Blends am liebsten „normale“ Kaffesorten bzw. reine Espressobohnen verwenden. Das ist nicht nur völlig legitim, sondern klappt auch super, gerade wenn du auf Knopfdruck in erster Linie Espresso und espressobasierte Kaffeespezialitäten mit viel Kuhmilch bzw. veganer Milch und Milchschaum ziehen willst. In dem Fall braucht es die volle Espresso-Power in deiner Tasse. Viele bereiten sich mit Espressobohnen aber auch einen Café Crème zu – was ebenfalls ok ist, sofern man kräftigeren Geschmack mit ausgeprägten Röstaromen mag. Trotzdem empfehlen wir, dass du bei der Kaffeebohnenauswahl auf folgende Dinge achtest: 

  • Säurearme Bohnen.Wenn du Espressobohnen für einen Café Crème bzw. Schümli Kaffee aufbrühst, dann nutzt du mehr Brühwasser, als eigentlich für normalen Espresso gedacht ist. Um zu vermeiden, dass sich zu viele Säuren aus dem Kaffeemehl lösen, empfehlen wir Bohnen wie unseren Happy Coffee Chiapas – der von Natur aus säurearm und aus gutem Grund unser Bestseller ist. Wer es deutlich kräftiger mag, ist mit dem Happy Coffee Robusta gut beraten – der hat etwas mehr, aber immer noch relativ wenig Säure, und ist geschmacklich sowie in Sachen Crema ein kleines Kraftpaket.
  • Schokolade und Nuss.Auf guten Kaffeebohnen sollten auf der Packung die wesentlichen Aromen angegeben sein. Für den Vollautomaten empfehlen wir generell, auf Sorten mit ausgeprägten Schokoladen- und Nussaromen zu setzen – die sorgen in der Tasse für einen kräftigen Geschmack und schöne Röstnoten. Hingegen kommen Sorten, die besonders fruchtig oder zitrisch sind, im Vollautomaten nicht ganz so gut: Ihre Komplexität entfaltet sich besser in Kaffeebereitern bzw. Maschinen, die mit Filterpapier arbeiten.

Kaffee aus dem Kaffeevollautomat - Happy Coffee Chiapas

Jura Kaffeevollautomat und unser Happy Coffee Chiapas (Foto: Coffeeness)

Egal, ob du dich für einen speziellen Blend für deinen Kaffeevollautomat entscheidest oder für eine klassische Espressoröstung: Achte bei beidem auf Merkmale, die immer für Qualität stehen. Erstens eine schonende Röstung (bei niedrigen Temperaturen und mit ausreichend Zeit), damit du sortenspezifische Aromen ohne unerwünschte Bitterstoffe in die Tasse bekommst. Zweitens ein junges Röstdatum, da Frische beim Geschmack die halbe Miete ist. Und drittens einen transparenten und fair bezahlten Anbau und, wenn möglich, ein Bio-Siegel.

4. Von wegen Plörre: So schmeckt Schümli Kaffee richtig gut!

Zuletzt wollen wir noch mit dem Vorurteil aufräumen, dass Café Crème  angeblich „Plörre“ ist. Das entspricht tatsächlich noch der Meinung einiger Menschen, die aber wahrscheinlich schon Jahrzehnte alt ist. Man liest vom schlechten Geschmack, gnadenloser Überextraktion, fehlender Crema... Dabei lässt sich wirklich all das mit ein paar Kniffen leicht vermeiden.

4.1 Leiste dir wirklich gute Kaffeebohnen

Anno dazumal, als die Geräte neu auf den Markt kamen, war das Klischee mit der Plörre nicht ganz unbegründet. Zumindest, wenn du an Industrie-Röstungen gerietest, die manch (Schweizer) Hersteller seinen Kaffeevollautomaten beilegte – und werbewirksam „Schümli Kaffee“ oder „Café Crème“ nannte. Solche Bohnen waren oft minderwertig und quasi verbrannt, bitter, und standen ewig im Regal. So etwas ist widerlich, und der schlechte Ruf verwundert nicht.

Heute gibt es zum Glück versierte Kaffeeröstereien, die in spezielle Blends und Single Origins für Kaffeevollautomaten genauso viel Handwerk stecken, wie in andere Kaffeesorten auch. Nur: Das hat eben seinen Preis! Wer also nach wie vor Kaffeebohnen für 10 Euro im Elektronik-Fachhandel kauft, der muss sich nicht wundern, wenn’s katastrophal schmeckt.

Wir können es also gar nicht oft genug betonen: Was in deine Kaffeemaschine reinkommt, kommt unten auch wieder raus und in deine Tasse! Ergo sind gute Kaffeebohnen das A und O für guten Geschmack bzw. nicht selten die Schuldigen, wenn der Kaffee nicht schmeckt. Daher beherzige unsere Tipps aus dem vorherigen Kapitel: Kauf deine Bohnen von Röstereien und Shops wie Happy Coffee, denn die sind schonend und superfrisch geröstet, qualitativ hochwertig, und stammen aus transparentem, organischem Anbau. Es macht einfach keinen Sinn, dir einen sauteuren Kaffeevollautomat oder Siebträger anzuschaffen, aber dann beim wichtigsten Rohstoff – deinen Kaffeebohnen – zu knausern!

Kaffee aus dem Kaffeevollautomat - Kaffeebohnen

4.2 Check die Parameter von deinem Vollautomaten

Das Schöne am Café Crème ist ja, dass ihn dein Vollautomat auf Knopfdruck fabriziert. Ganz bequem. Und mit guten Bohnen hast du die wichtigste Grundlage für guten Geschmack gelegt. Nun kommt es darauf an, was dein Gerät kann: Auch unter den Kaffeevollautomaten gibt es bessere und schlechtere Modelle, also sollte man bereits vor dem Kauf genau hinsehen – und z.B. unseren Artikel zu Kaffeevollautomat Testsiegern konsultieren. Sobald dein Modell in den heimischen vier Wänden steht, bist du gefragt – denn selbst beim Vollautomaten lässt sich das Brühergebnis durch Experimentieren mit Brühparametern optimieren. Wie diesen:

  • Mahlgrad. Bei vielen Vollautomaten ist der Mahlgrad zu grob voreingestellt, und für keines der „zapfbaren“ Getränke zu gebrauchen. Denn für die Geräte muss der Mahlgrad relativ fein sein (Stufe 2 bis 4), allerdings nicht ganz so fein wie für eine Siebträgermaschine, weil mit weniger Druck gearbeitet wird. So steht's auch in unserem Mahlgrad-Guide. Falls dein Café Crème bzw. Schümli Kaffee lasch schmeckt, kann ein zu grober Mahlgrad schuld sein – dann fließt das Brühwasser zu schnell durch das Kaffeemehl durch und das Ergebnis in der Tasse ist unterextrahiert. Auch eine dünne Crema kann an einem zu groben Mahlgrad liegen, weil das Kaffeemehl dann nicht genug von der Maschine verdichtet wird. Du tust in dem Fall gut daran, bei Vollautomaten mit einem feineren Mahlgrad zu experimentieren.
  • Stärke. Bei den meisten Kaffeevollautomaten stellst du die Getränkeart über die Tassengröße ein: Espresso = kleine Tasse, Café Crème = große Tasse. Genauso lässt sich die Stärke in mehreren Stufen einstellen, also wie kräftig du dein Getränk magst. Stärker bedeutet, dass mit etwas mehr Kaffeemehl gebrüht wird. Auch das kann natürlich für besseren Geschmack in der Tasse sorgen, gerade wenn du für einen Café Crème mit viel mehr Brühwasser als etwa für einen normalen Espresso arbeitest.

Kaffee aus dem Kaffeevollautomat - Mahlgrad und Stärke

Weitere gute Tipps zum Einstellen von Kaffeevollautomaten kannst du bei Coffeeness nachlesen, der sich mit den gängigsten Modellen sehr gut auskennt.

4.3 Milch und Zucker? Erlaubt ist, was dir schmeckt

Manche trinken ihren Filterkaffee schwarz, andere mögen ihn mit Milch und Zucker. Auch beim Café Crème gilt: Erlaubt ist, was dir schmeckt. Der klassische Schümli Kaffee wurde wie gesagt pur bzw. schwarz getrunken, aber nicht ohne Grund wurde „Café Crème“ zum Synonym – weil er vielen Menschen mit etwas „Crème“ (Rahm, Sahne, Milch) eben besser taugt. Selbst mit Milchersatz, wie etwa leckerer Hafermilch!

Aber: Falls du Milch im Café Crème nur verwendest, um eventuell bittere Noten zu neutralisieren, dann schau dir bitte unbedingt die beiden vorherigen Teilkapitel nochmal an! Dein Kaffee sollte sich auch pur gut konsumieren lassen, und nicht bitter oder sauer schmecken – guten Bohnen, ein ordentlicher Vollautomat und die korrekten Brühparameter machen es möglich.

Kaffee aus Kaffeevollautomat versus Siebträgermaschine

4.4 Mach‘ keinen Café Crème mit einer Siebträgermaschine

Im Kaffeekosmos kann man sich die folgende Gleichung merken: Café Crème bzw. Schümli Kaffee = Kaffeevollautomat. Wer nämlich versucht, diesen espressobasierten Kaffee mit demselben Brührezept aus einer Siebträgermaschine zu zapfen, wird gnadenlos scheitern:

Was passiert, wenn man über einen Siebträger mit kräftig gerösteten Espressobohnen und der feinen Espressomahlung den eigentlich für Vollautomaten gedachten Schümli Kaffee so zubereitet, dass man einfach laufen lässt, bis die Tasse voll ist? Dann erhält man einen völlig überextrahierten, viel zu starken und nicht trinkbaren Kaffee!

Im Internet liest man nun wohlgemeinte Ratschläge zur Behebung dieses Problems: Zum Beispiel könne man ja das Kaffeemehl im Siebträger einfach weniger tampen, oder mit einem gröberen Mahlgrad spielen, um den Wasserdurchfluss zu beschleunigen. Wir sind davon keine Fans und meinen: Wenn du eine Siebträgermaschine hast, dann versuch dich nicht an Café Crème oder Schümli Kaffee, der für Vollautomaten gedacht ist. Sondern mach dir lieber einen Café Americano (verlängerten Espresso) – sonst wird’s gruselig.

Titelbild: Coffeeness. 

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Über die Autorin: Heidi liebt Kaffee, vor allem in Kombination mit einem gesunden Frühstück. Wenn sie gerade keine Beiträge auf Happy Coffee schreibt, berichtet die Weltenbummlerin auf ihrem Blog meerdavon.com über ihre Reisen.



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