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Die ROK Espresso sieht auf den ersten Blick wie ein übergroßer Korkenzieher aus. Allerdings handelt es sich bei Gerät um einen manuellen Siebträger mit zwei langen Armen, die als Handhebel zum Quetschen von perfektem Espresso fungieren sollen – und zwar ganz ohne Strom. Ich fragte mich: Kann das wirklich funktionieren?

Als Liebhaberin von Filterkaffee war das Zubereiten von Espresso in den eigenen vier Wänden für mich bisher ein Ding der Unmöglichkeit, brauchte man dafür doch eine Siebträgermaschine. Eine höhere Investition, die ich nicht tätigen wollte und konnte. Zwar hatte ich mir das nötige Wissen für den Umgang mit einem Siebträger in Barista-Seminaren angeeignet, aber Vieles blieb mir weiterhin ein Rätsel. Und mit jedem verpatzten Shot stieg das Frust-Level ein wenig weiter...

Bis ich auf die ROK Espresso – heute „ROK Espresso GC“ genannt – stieß, die leckeren Espresso für schmales Geld und mit wenig Aufwand versprach. Also bestellte ich mir das Teil und zog meine ersten Shots, anfangs mit nur mäßigem Erfolg. Denn eins hat die ROK Espresso mit Siebträgermaschinen gemeinsam: Perfekten Espresso gibt’s nur, wenn man beim Handling einiges beachtet. Welche genau, wollen wir euch in diesem Artikel vorstellen.

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1. ROK Espresso: Wer hat’s erfunden?

Trotz des minimalistischen Designs sind ROK-Produkte nicht neu und auch keine eine Erfindung der Third Wave Kaffee Kultur der letzten Jahre. Denn die Idee, eine manuell bedienbare Espressomaschine für zuhause zu entwickeln, wurde bereits vor über 20 Jahren geboren – genauer gesagt 1997. Zwei Jahre später gab es die ersten Entwürfe und Prototypen, damals unter dem Projekt-Codenamen presso.Martin und Patrick, Designer und Kaffee-Fans, gründeten 2002 die Presso Limited und entwickelten den Prototyp ihrer Presso-Espressomaschine weiter – mit dem Herzstück, der O-Ring-Rolldichtung, ist sie inzwischen international patentiert.

Ab 2003 begann das Start-Up aus London mit der Massenproduktion der Presso. Trotz steigender Bekanntheit und einem erfolgreichen Markteintritt stellten die Gründer aber schnell fest, dass sie für den Durchbruch noch zu früh dran waren. Zwischen 2005 und 2013 war es daher recht still um die Presso-Jungs. Erst mit dem neuen Namen „ROK“ und einem Auftritt auf dem London Coffee Festival 2014 rückte die manuelle Espressomaschine wieder ins Licht der Öffentlichkeit. Das war genau das Jahr, in dem ich auf die ROK Espresso aufmerksam wurde.

2. ROK Espresso: Aufbau und Neuerungen

Wer daheim mit der Zubereitung eines espressoähnlichen Getränks startet, wird das sicher zunächst mit einer Mokka-Kanne von Bialetti für ca. 20 Euro tun. Lange habe ich das so gemacht. Obwohl das Ergebnis durchaus annehmbar ist, bekommst du mit dem Mokka-Kännchen aber keinen richtigen (weil mit genug Druck hergestellten) Espresso oder Cappuccino hin – es sein denn, du bist Super-Barista Dritan Alsela.

Also holte ich mir nach langem Hin- und Herüberlegen schließlich die ROK Espresso. Das erste Modell (2014) hieß „ROK Espresso“, das neuste Modell (2019) hört nun auf den Namen „ROK Espresso GC“ – warum erklären wir gleich!

ROK Espresso GC

2.1 Was für die ROK Espresso spricht 

Die wichtigsten Kniffe zur Zubereitung von Espresso – gelernt in Baristakursen – wollte ich jetzt endlich daheim möglichst unkompliziert anwenden. Genau das versprach die ROK Espresso und schien eine gute Wahl zu sein.

Als Home-Brewer war es mir wichtig, nicht erst unendlich viel Equipment wie Tamper, Abschlagkasten und Co. kaufen zu müssen, um daheim Espresso oder Cappuccino zuzubereiten. Denn den trinke ich ganz gerne mal, aber eben nur ab und an. Oberste Priorität hatte außerdem eine einfache Handhabung: Ich wollte nicht erst eine ellenlange Bedienungsanleitung studieren oder mir gar einen Techniker bzw. Fachmann zur Inbetriebnahme kommen lassen!

Die ROK Espresso erfüllte diese Kriterien. Was der Spaß kostet? Die ROK Espresso GC – das aktuellste Modell – gibt es auf dem deutschen Markt für 169 Euro. Zum Vergleich: Eine „normale“ Espressomaschine, die von der Leistung und Qualität her etwas kann, schlägt im Vergleich mit mindestens 600 bis 700 Euro zu Buche. Und richtig gute Maschinen gibt’s dagegen nicht für unter 1.000 Euro. Das machte die ROK Espresso für Gelegenheits-Espressotrinker wie mich also echt interessant.

ROK Espresso GC im Test

2.2 So wird die ROK Espresso geliefert

Als ich 2014 meine erste ROK Espresso in der schönen Farbe „Berry“ bestellte, war noch ein Mini-Milchaufschäumer dabei. Das Unboxing glich dem Auspacken eines Weihnachtspäckchens, weil die ROK damals noch in einer schicken Blechdose geliefert wurde.

Für den aktuellen Test haben wir uns die neuste ROK Espresso („ROK Espresso GC“) vorgenommen, bei dem im Vergleich zur „alten“ ROK einiges passiert ist. Leider ist die Verpackung keine hübsche Blechdose mehr – doch damit können wir leben, sofern in die Einzelteile der ROK selbst investiert wurde. Stimmt’s? Erster Eindruck: Die ROK Espresso GC wird wie gewohnt in einem Stück geliefert. Ihr müsst also nichts zusammenbauen oder schrauben. Das war mir auch wichtig: Eine einfache Inbetriebnahme! Ansonsten fällt auf:

  • Der „Korpus“ der ROK Espresso GC besteht aus verchromtem Aluminium; bei den älteren Modellen auch aus lackiertem Aluminium in schwarz (Modell Black) bzw. rot (Modell Berry). Je nach Modell können sich die mitgelieferten Einzelteile und der Preis etwas unterscheiden.
  • Unsere ROK Espresso GC kommt mit einem Siebträger aus gestanztem Metall und passendem Metallsieb, welches allerdings ziemlich festsitzt. Wenn ihr also beides reinigen wollt, müsst ihr wohl oder übel das Sieb mit einem Messer aus dem Siebträger hebeln.
  • Zudem ist ein Shot Splitter aus Plexiglas dabei, der aus einem Single Shot einen Split Shot macht. Er sitzt nicht ganz so fest wie der Siebträger, bleibt beim Espresso-Zapfen aber trotzdem an Ort und Stelle.
  • Zu guter Letzt ist ein 2-in-1 Kaffeelöffel und Mini-Tamper in der Verpackung. Der kann es allerdings nur bedingt mit einem echten Tamper aufnehmen, wie mir wahrscheinlich jeder Barista bestätigen wird.
ROK Espresso vs ROK Espresso GC
ROK Espresso Conversion Kit

ROK Espresso: (1) altes vs. neues Modell, (2) Conversion Kit

Für diejenigen, die ihre ROK Espresso ebenfalls vor dem 2019er Upgrade gekauft haben: Inzwischen gibt es ein Upgrade-Kit („ROK GC Conversion Kit“), das euer Gerät auf den neuesten Stand bringt. Es enthält einen neuen Zylinder, Kolben und einen modernen Dichtungsring. Hier ist eine Upgrade-Anleitung!

2.3 Was kann der neue „ROK Espresso GC“ nach dem Facelift? 

Das „GC“ der ROK Espresso GC steht für glass composits(Glasverbundwerkstoff), die den manuellen Espressobereiter noch haltbarer machen sollen. Vor allem die Druckkammerwurde neu konstruiert: Bei meinem alten Modell bestand diese noch aus transparentem Kunststoff und soll nun größerem Druck standhalten, der beim manuellen Pressen entsteht.

Beim Handling vom neuen ROK Espresso GC stelle ich fest, dass die Verarbeitung der ineinandergreifenden Zahnräder bzw. die gesamte Hebelkonstruktion verbessert wurde: Das Herunterdrücken der beiden Arme geht bedeutend smoother, da weniger Kraftaufwendung nötig ist.

Nicht verändert haben sich hingegen der Siebträger und Kaffeelöffel/Tamper.

Und ob der Shot Splitter angepasst wurde, kann ich nicht klar sagen, da er bei meiner alten ROK Espresso entweder noch nicht dabei war, oder ich ihn zwischenzeitlich schlichtweg verlegt habe ;-)

Jetzt aber mal ran an die ROK, wie funktioniert nun das gute Stück?

ROK Espresso GC -Druckkammer
ROK Espresso GC
ROK Espresso GC - Kaffeelöffel und Tamper
ROK Espresso GC - Sieb und Siebträger
ROK Espresso GC - Shot Splitter

ROK Espresso GC: (1) Druckkammer, (2) Zahnräder, (3) Kaffeelöffel-Tamper-Kombi, (4) Siebträger und Sieb, (5) Shot Splitter

3. ROK Espresso: Eine Schritt für Schritt Anleitung

Eins vorweg, ich bin ein eher ungeduldiger Mensch und neige dazu, bei Dingen wieder aufzugeben, sofern sie nicht nach wenigem Ausprobieren funktionieren. Gerade beim Kaffeemachen steigt mein Frustpegel also schon mal stark an. Denn es ist einfach verdammt schade um das viele wertvolle Kaffeepulver, dass ich bei jedem missglückten Versuch buchstäblich in die Tonne kloppen muss. Aus diesem Grund fristete die ROK lange Zeit ein einsames Leben in meinem Kaffeeregal. Doch jetzt weiß ich:

Ich habe bisher einfach das falsche Brührezept genutzt: Es war haushoch überdosiert! Wohlgemerkt ist eine ROK nämlich keine klassische Espressomaschine. Ergo funktionieren die üblichen Rezepte damit auch nur bedingt.

Leider hilft in dem Fall auch keine Bedienungsanleitung, denn die gibt es bei der ROK Espresso schlichtweg nicht. Der Packung liegen lediglich einige gefaltete und mit Step-by-Step-Bildchen versehene Kärtchen bei. Nach konkreten Angaben für die zu verwendende Kaffeemehl- und Wassermenge, Mahlgrad, Wassertemperatur und Co. sucht man hingegen vergeblich. Hier lohnt sich aber ein Blick ins Netz, denn viele Nerds haben die ROK Espresso ausprobiert und teilen mit uns ihre Rezepte.

ROK Espresso GC und ROK Grinder GC

Hier erkläre ich euch nun alle nötigen Schritte zur Espressozubereitung mit der ROK Espresso GC, die ich inzwischen selbst laaange erprobt habe. Mit von der Partie ist ebenfalls der ROK Grinder GC – die Handmühle aus dem Hause ROK (siehe oben links im Bild) – die ich beim Testen mit meiner Comandante verglichen habe. Los geht's!

Schritt 1: Bohnen mahlen

Da geht’s schon los: Wie viele Bohnen muss ich nehmen und mit welchem Mahlgrad mahlen? Bei unserem Test habe ich zum Mahlen zwei Handmühlen ausprobiert: Das Modell aus dem Hause ROK ("ROK Grinder GC“) und meine bewährte Comandante.

Nach Studieren einiger Blogartikel zur Espressozubereitung mit der ROK Espresso wiege ich 12 Gramm Kaffee ab, auch wenn andere Quellen 15 Gramm empfehlen. Die 19 Gramm aus meinem ursprünglichen Rezept sind auf jeden Fall viel zu viel! Außerdem hat diese Menge im Siebträger nicht mal genügend Platz, selbst wenn dieser für einen Double Shot ausgelegt ist.

ROK Espresso GC im Test - Bohnen abwiegen

Als Mahlgrad wähle ich bei meiner Comandante (ich nutze das Red Clix Modell mit speziellem Feingewinde) die Einstellung 25, ihr könntet hier aber auch runter – also feiner – gehen bis auf 18. Bei der normalen Comandante könnt ihr zwischen 10 und 15 Klicks machen, je nach Espresso-Sorte.

Für den ROK Grinder gilt Ähnliches wie für die ROK Espresso: Wieder gibt es keine echte Bedienungsanleitung, lediglich ein weiteres Faltkärtchen. Bei der Nutzung dieser Handmühle helfen Videos im Internet, geben allerdings auch wenig Infos zur passenden Einstellung für euren Espresso, da an der Mühle selbst keine Angaben zu finden sind. Hier liegt es wohl an jedem selbst, auszuprobieren und den richtigen Mahlgrad zu finden. Kleines weiteres Manko der ROK-Mühle: Beim Mahlen hüpfen Bohnenteilchen munter aus dem Bohnenbehälter, da dieser keine Abdeckung hat.

ROK Grinder GC
Comandante Kaffeemühle

Kaffeebohnen per Hand mahlen: (1) ROK Grinder GC, (2) Comandante Kaffeemühle

Schritt 2: Mahlgut in den Siebträger einfüllen

Für diesen Schritt hat ROK eigentlich die Kombination aus Kaffeelöffel und Tamper vorgesehen. Allerdings kann das Mahlgut vom Mahlen statisch aufgeladen sein, so dass ihr beim Einfüllen in den Siebträger sehr präzise vorgehen müsst, um nicht die Hälfte des Kaffeemehls auf eurer Arbeitsplatte zu verteilen. In unserem Test haben wir daher einfach zu einem Teelöffel gegriffen, der es uns erlaubte, mitsamt Kaffeewaage die exakte Menge von 12 Gramm Kaffee abzuwiegen und in den Siebträger einzufüllen.

ROK Espresso GC - Kaffeepulver abwiegen

Schritt 3: Tampen

Hier kommt nun wirklich der Kaffeelöffel/Tamper der ROK zum Einsatz, der seinen Job bravourös meistert. Sehr viel Druck braucht man nicht aufbauen, aber auch bei diesem Arbeitsschritt gilt: Ausprobieren. Je nach Espresso braucht es mehr Andruck oder eben weniger. Ihr solltet beim Tampen lediglich drauf achten, dass ihr das Kaffeemehl schön gerade in den Siebträger drückt. Denn ähnlich wie bei normalen Espressomaschinen kann schiefes Tampen zur ungleichmäßigen Extraktion führen!

ROK Espresso GC - Tampen
ROK Espresso GC - Tampen
ROK Espresso GC - Tampen

Tampen: (1) Kaffeemehl in den Siebträger geben, (2) Tampen, (3) Nach dem Tampen

Schritt 4: Einspannen des Siebträgers

Anders als bei einer normalen Siebträgermaschine wird der Siebträger bei der ROK Espresso nicht von links nach rechts, sondern vonrechts nach links eingespannt. Ihr habt den Siebträger korrekt eingesetzt, wenn er im 90 Gradwinkel zur ROK steht.

An dieser Stelle entscheidet ihr nun, ob ihr den Double-Shot allein trinken oder in zwei Single Shots aufteilen wollt. Sollte letzteres der Fall sein, dann ist nun der richtige Zeitpunkt, um den mitgelieferten Shot Splitter am Siebträger der ROK anzubringen. Achtung: Beim Split-Shot kann es vorkommen, dass der Espresso auf einer Seite zunächst schneller rausläuft, das Endergebnis in beiden Tassen ist dann allerdings gleich.

ROK Espresso - Shot Splitter

Die ROK ist fast brühbereit: (1) Siebträger einsetzen, (2) Shot Splitter anbringen

Schritt 5: Wasser einfüllen

Wundert euch nicht, wenn der Espresso aus der ROK bei den ersten Brühversuchen zunächst eher lauwarm ist. Es liegt vermutlich daran, dass das Brühwasser aufgrund der Konstruktion schnell wieder herunterkühlt! Verwendet für eure ROK Espresso also unbedingt kochend heißes Wasser aus dem Wasserkocher, um dem schnellen Abkühlen etwas entgegenzuwirken. Es hilft auch, Siebträger und Druckkammer vor dem Brühen mit heißem Wasser auszuspülen, und dann natürlich entsprechend schnell zu arbeiten.

Tipp: Füllt lieber etwas mehr Wasser in die Druckkammer der ROK als angegeben (etwa bis zum inneren Rand). Denn je weniger Brühwasser ihr verwendet, desto weniger Druck baut ihr auf – und viel Druck ist für euren Espresso-Shot nun mal nötig!

ROK Espresso GC - Wasser einfüllen

Schritt 6: Hebel betätigen und pressen 

Nun geht’s an die eigentliche Zubereitung mit der ROK Espresso, indem ihr die beiden Handhebel bzw. „Arme“ erst anhebt und dann nach unten drückt. Auch hier könnt ihr wieder etwas spielen, denn das Anheben der Hebel bewirkt nicht nur, dass heißes Wasser nach unten auf den Siebträger trifft – damit könnt ihr auch eine Prä-Infusionin Gang setzen. Wir empfehlen dafür ca. 10 Sekunden, damit sämtliches Kaffeemehl benetzt wird und zur Aromaentfaltung „bloomen“ kann.

Danach der Brühvorgang: Drückt die Hebel der ROK ohne riesigen Kraftaufwand ein einziges Mal komplett nach unten. Für euren Double Shot sollte das schon ausreichen. Anfangs passiert noch nicht viel, aber Geduld, euer Espresso kommt! Das restliche Wasser, das sich jetzt noch im Siebträger befindet, würde zur Überextraktion führen und den Espresso bitter machen. Wer will, kann es aber gern ausprobieren. Sprich, die Hebel ein zweites Mal anheben und wieder runter drücken. Im Idealfall habt ihr dann einen Long Black, recht viel Bitterkeit haben sollte. Ein Americano wird’s, indem ihr dem Espresso heißes Wasser hinzufügt.

Achtung: Sollte das Wasser an der Seite des Siebträgers von eurer ROK herausspritzen oder -tropfen, dann habt ihr ihn vielleicht nicht richtig eingespannt. Eventuell habt ihr aber auch das Mahlgut zu fein gemahlen oder zu viel Kaffeemehl verwendet, so dass das Wasser nicht richtig durchfließen kann.

Brühen mit der ROK: (1) Arme anheben, (2) Arme herunterdrücken, (3) Double Shot, (4) Kaffeewaage verwenden

Zuletzt noch ein Pro-Tipp: Stellt eine kleine Kaffeewaage unter die Tassen, die gegenüber der normalen Küchenwaage eine Zeitanzeige hat! Damit wiegt ihr eure(n) Shot(s) ab bzw. messt die Zeit, die der Espresso zum Rauslaufen benötigt. Es sollten um die 20 Sekunden sein!

Schritt 7: Espresso genießen

Der Espresso aus der ROK kann eine tolle Crema haben, wenn ihr den richtigen Espresso verwendet – unser Happy Coffee Robusta zaubert beispielsweise immer (!) eine richtig fette Crema. Oder aber ihr probiert so lange herum, bis die perfekte Crema klappt.

Dicke Crema besagt allerdings noch lange nicht, dass euer Espresso auch gut ist. Wichtigster Fakt: Ein Espresso braucht keine Crema, um gut zu schmecken, denn in der Crema stecken die meiste Bitterstoffe! Daher immer vorm Trinken einmal kurz umrühren.

Bitte seid nicht enttäuscht oder gebt frustriert nach ein paar Versuchen mit der ROK Espresso auf, so wie ich das anfangs getan habe. Ich weiß, dass die ROK Espresso und ihr das draufhabt, und ich kenne mindestens zwei Kaffeemenschen, die Profis darin sind! Also einfach am Ball bleiben und ausprobieren, bis es klappt.

ROK Espresso GC - Espresso genießen

Schritt 8: ROK Espresso reinigen

Beim Blick auf den Puck bzw. Kaffeesatz aus eurer Rok Espresso stellt ihr vielleicht schnell fest, dass dieser sehr trocken ist, erkennbar an den Rissen. Auch dies kann Auswirkungen auf den Geschmack haben und ihr müsst 1 bis 2 Brüh-Parameter verändern, beispielsweise den Mahlgrad etwas verfeinern.

Das Reinigen der ROK Espresso geht ganz easy: Einfach den Siebträger über dem Biomüll oder Kompost ausklopfen und mit Wasser spülen, dabei den Siebträger und das Sieb voneinander trennen. Die anderen Teile, die in Berührung mit Wasser und Kaffeesatz kommen, können ebenfalls mit Wasser und einem weichen Lappen gereinigt werden, darunter vor allem der aus Kunststoff bestehende Wasserauslauf (siehe folgendes Bild).

ROK Espresso GC - Wasserauslauf reinigen

 4. ROK Espresso Fazit: Geschmack, Vorteile und Nachteile 

Der Espresso aus der ROK schmeckt ziemlich rund und gut! Das können wir nach einigem Ausprobieren – inklusive Einstellen des passenden Mahlgrads und Verwenden der richtigen Kaffeemehlmenge – sowie mehreren missglückten Shots und lauwarmen Verkostungen mit Stolz behaupten. Gerade unser Happy Coffee Puno zeigt sich aus der ROK von seiner besten Seite: Er hat kaum Säure und ist angenehm mild. Den konnte man glatt pur trinken! Den komplexeren Sidamo aus der Happy Coffee Espresso Range haben wir nicht probiert, aber meinen, dass auch er gut zur ROK passen kann.

Der Burner beim Testen war natürlich unser Happy Coffee Robusta, der die beste Crema zauberte (siehe folgendes Bild). Geschmacklich ist er aber wohl eher was für 100% Robusta-Fans. Als Cappuccino kommen hier sicherlich die Kakaonoten richtig gut raus!

4.1 Vorteile der ROK Espresso

Die ROK Espresso besticht durch ein unschlagbares Preis-Leistungs-Verhältnis: Für eine manuelle Espressomaschine kostet sie mit 169 Euro nicht zu viel und macht einen echt passablen Espresso. Und wer die Crema nicht unbedingt braucht, weil er sowieso ein espressobasiertes Milchgetränk machen will, für den ist die ROK eine echte Alternative.

Pluspunkte gibt’s ebenfalls in Sachen Praktikabilität: Wer schon einmal versucht hat, eine Espressomaschine anzuheben, der weiß, wovon wir sprechen – die sind verdammt schwer. Die ROK Espresso ist mit 2,6 kg zwar auch kein Leichtgewicht, dafür aber tragbar und funktioniert ganz ohne Strom, wenn man mal vom benötigten heißen Wasser absieht.

Der Korpus und sämtliche Einzelteile der ROK wirken sehr gut verarbeitet und widerstandsfähig. Solltet ihr eure ROK Espresso mehrmals täglich in Gebrauch haben, empfiehlt sich eine regelmäßige Wartung, wie ihr das generell bei jeder Kaffeemaschine tun solltet.

Für mich das Totschlagargument: Die ROK Espresso ist einfach zu handhaben, gerade für Espresso-Neulinge wie mich. Dass mir meine eigene Ungeduld da oft im Weg steht, sollte euch nicht vom Testen abschrecken. Bei mir hat die stromlose Siebträgermaschine inzwischen auch einen Platz im Kaffeeregal erobert.

ROK Espresso GC

4.2 Nachteile der ROK

Allen Vorteilen zum Trotz hat die ROK Espresso durchaus ein paar Seiten, die dem Spaß bei der Zubereitung im Weg stehen können: Man braucht schon echtes Fingerspitzengefühlbeim Testen und sollte sich auf einige Fehlversuche einstellen.

Für Espresso-Trinker, die ihren Koffeinkick gerne richtig heiß genießen möchten, ist die ROK Espresso eher nichts – dafür kühlt sie mangels Strom zu schnell aus. Und auch Crema-Enthusiasten sind vielleicht etwas enttäuscht: Lediglich ein 100% Robusta kommt annähernd an einen Espresso aus einer Espressomaschine heran.

Und zugegeben, so ausgetüftelt das Teil ist, die mitgelieferten Faltkärtchen samt Bildchen können keine Bedienungsanleitung ersetzen. Hier hilft es euch wohl nur, Foren, Videos und Blogartikel zu durchforsten. Dem Internet sei Dank! Und natürlich, die Anleitung aus diesem Artikel auszuprobieren ;-)

Ein paar letzte Kniffe für leckeren Espresso aus der ROK:

Heizt den Siebträger und die Druckkammer möglichst immer vor, sonst endet ihr mit einem laufwarmen Espresso in der Tasse. Und wenn ihr die Zeit und Muse habt, spielt bei jedem neuen Espresso mit Mahlgrad und Kaffeemehlmenge, um das beste Geschmackserlebnis zu erzielen!

***

Über die Autorin: Melanie liebt Specialty Coffee und reist dafür um die Welt. Sie trinkt nicht nur gern Kaffee, sondern schreibt und bloggt auchals freiberufliche Food Journalistin darüber.

Für diesen Artikel haben wir zu Testzwecken die ROK Espresso GC sowie den ROK Grinder GC vom Anbieter erhalten. Dies hat unsere Bewertung allerdings nicht beeinflusst.



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