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Hast du schon einmal von Ayurveda gehört, der alten indischen Gesundheitslehre, die auch in unseren Breitengraden immer beliebter wird? Falls ja: Herzlichen Glückwunsch, dir scheint ein gesunder Lebenswandel wichtig zu sein. Falls nein: Macht nichts, lange war ich genauso ahnungslos. Doch heute bin ich motiviert, meine Ernährung und meinen Lifestyle kritisch zu hinterfragen und entsprechend zu optimieren. Ich will bewusster essen, mich mehr bewegen und Gewohnheiten abstellen, die mir nicht gut tun. Dabei kommt Inspiration von Konzepten wie Clean Eating oder eben Ayurveda genau richtig!

Je älter ich werde, umso mehr glaube ich an das Sprichwort „Mein Körper ist mein Tempel“ – und ich will meinen Tempel, der schon ein paar Macken hat, gut Instand halten. Nun ist aber jeder Tempel, genau wie jedes Reihenhaus, etwas anders – und braucht unterschiedliche Bau- und Pflegemaßnahmen. Hier setzt Ayurveda an.

So kam es, dass ich bei meiner letzten Reise nach Sri Lanka unbedingt mehr von der umfassenden Gesundheitslehre wissen wollte. Denn es ist nicht nur die Heimat vom Ceylon-Tee, sondern neben Indien auch die Wiege von Ayurveda! Bis dato wusste ich nur, dass dabei jeder Mensch als individueller Typ gilt – je nach Konstitution bzw. körperlichen, geistigen und verhaltensbezogenen Eigenschaften. Und jeder Typ braucht bestimmte Dinge, damit es ihm oder ihr gut geht: Das betrifft Alltagsgewohnheiten, Sportarten, Klima sowie die passende Ernährung. 

In diesem Artikel erzähle ich, was es mit Ayurveda auf sich hat, wie die Konsultation beim Ayurveda Arzt in Sri Lanka ablief (zu der ich meinen Mann und Happy Coffee Gründer Christian kurzerhand mitschleppte) und wie auch du deinen Ayurveda Typen herausfinden kannst. Danach gehe ich auf passende Verhaltenstipps inklusive Ernährung ein – und natürlich wird auch die Frage geklärt, ob Kaffee überhaupt zu Ayurveda passt!  

1. Ayurveda und was es damit auf sich hat

Der Begriff „Ayurveda“ stammt aus dem Sanskrit und lässt sich als „Wissen vom Leben“ übersetzen. Dahinter verbirgt sich eine der ältesten Gesundheitslehren der Welt, die vor mehr als 3.000 Jahren in Indien entwickelt wurde und auch im Tibet und im Nepal, in Sri Lanka sowie in China (als Wurzeln der Traditionellen Chinesischen Medizin) Verbreitung fand. In diesen Ländern ist Ayurveda genauso anerkannt wie bei uns die westliche Schulmedizin, wird als vollwertiges und mehrjähriges Studium an Universitäten gelehrt und von Wissenschaftlern erforscht. 

Darum findet man in Indien und Sri Lanka viele hochqualifizierte Ayurveda Ärzte, die sich teils auf verschiedene Körperregionen oder Indikationen spezialisieren. Ein singhalesisches Sprichwort sagt sogar: "Wenn du kein König sein kannst, dann sei ein Heiler" – was den Stellenwert der ayurvedischen Mediziner deutlich macht. Darum gibt es überhaupt keinen Grund, Ayurveda als "spirituellen Mumpitz" abzustempeln: Diese alternative Art der Medizin hat viel mehr Potenzial, als manch Westler vielleicht denken mag. 

Ayurveda - Ganzheitliche Medizin

1.1 Ayurveda als ganzheitliche Gesundheitslehre

Das Besondere an Ayurveda ist, dass es sich um eine ganzheitliche Gesundheitslehre handelt. Dazu sollen Körper, Geist und Seele miteinander im Einklang sein. Oder anders gesagt: "Body, Mind and Soul" beeinflussen sich gegenseitig. Klemmt es an der einen Stelle, werden auch an den anderen Stellen Symptome sichtbar! Eine körperliche Beschwerde kann also ganz woanders herkommen, als man vielleicht zunächst annehmen würde.

Bestenfalls soll man dank Ayurveda aber gar nicht erst ernsthaft krank werden, sondern durch eine bewusste Lebensweise vital bleiben. Und auf leise Signale von Körper, Geist und Seele hören und darauf reagieren. Das Motto ist Prävention, wobei Ayurveda-Ärzte auch bei akuten Beschwerden konsultiert werden – egal ob es beispielsweise der Verdauungstrakt, das Herz-Kreislaufsystem, der Bewegungsapparat oder mangelnde Fruchtbarkeit sind. Selbst bei neuen Volkskrankheiten wie Krebs, Diabetes und Alzheimer gibt Ayurveda neue Hoffnung – und das ist in zahlreichen Studien sogar belegt.

1.2 Individuelle Naturmedizin, Bewegungstherapie und Ernährung 

Ayurveda Ärzte verschreiben für bestimmte Beschwerden bzw. das generelle Wohlbefinden Naturmedizin aus Heilkräutern, Gewürzen und Mineralien. Diese ist in Ländern wie Indien und Sri Lanka in Ayurveda-Apotheken erhältlich und wird teilweise sogar frisch für den Patienten zusammengemischt. Hier ein Tee, dort eine Tinktur, da eine Salbe. Chemische Pillen für den Eigengebrauch bei kleinen Zipperlein, wie sie "Big Pharma" bei uns überall verkauft, sind unter den Locals eher fremd. Dafür kennt sich jede viel besser mit der Kraft der Natur aus, und was z.B. in Pflanzen wie Ingwer und Kurkuma steckt – auch ohne das sie wie hierzulande die Goldene Milch zum gesunden Trendgetränk gekürt werden.

Ayurveda - Naturmedizin

Zur Ayurveda Behandlung gehören aber auch Bewegungstherapien wie Yoga, Meditation, Massagen und Sport sowie eine ganz bestimmte Ayurveda Ernährung. So soll das biologische Gleichgewicht wiederhergestellt werden – und dabei hat jeder Mensch andere Bedürfnisse, die entsprechend andere Behandlungsansätze erfordern. Das liegt daran, dass es verschiedene Ayurveda-Typen gibt, die mittels der sogenannten Doshas klassifiziert werden: Körper- bzw.  Energietypen, die die natürlichen Elemente verkörpern und uns unsere Eigenheiten verleihen.

Ja, das klingt vielleicht nach Hokuspokus. Aber wer einmal eine Ayurveda Beratung mitmacht, dem wird einiges über sich klarwerden: Warum es zum Beispiel an manchen Körperstellen immer zwickt, wieso du manche Lebensmittel nicht und andere gut verträgst, was dir Kraft gibt oder raubt, und woher deine besten als auch schlechtesten Eigenschaften stammen. Sobald du dein dominantes Dosha und damit deinen Ayurveda Typen kennst, kann man die passende Ernährung, geeigneten Sport und Strategien für den Alltag ableiten. So kannst du dein Wohlbefinden und deine Gesundheit steigern!

2. Die Doshas: Welcher Ayurveda Typ bist du?

Im Folgenden soll es darum gehen, was es mit den Doshas im Ayurveda auf sich hat und wie du darauf basierend einen eigenen Ayurveda Typen ermitteln kannst. Dabei berichte ich aus meiner Erfahrung, basierend auf der Konsultation bei einer Ayurveda Ärztin in Sri Lanka sowie eigenen Recherchen zu diesem Thema. Achtung: Ich bin keine ausgebildete Fachfrau! Bei Interesse lohnt es sich, das Wissen zum Thema durch Lektüre oder mit den Profis zu vertiefen.

2.1 Was die Doshas Vata, Pitta und Kapha bedeuten

Im Ayurveda werden fünf Elemente als grundlegenden Bausteine der Natur und von jedem Organismus unterschieden: Erde, Wasser, Feuer, Luft und (als spirituelle Ebene) Äther. Im Menschen spiegeln sie sich als die drei Doshas Vata, Pitta und Kapha wieder, die verschiedene Körper- bzw. Energietypen beschreiben. Jeder von uns trägt alle drei Doshas in sich, die jeweils bestimmte Prozesse im Organismus regeln. Allerdings ist meistens ein bestimmtes Dosha dominant; teilweise sind es sogar zwei. Aus diesen dominanten Dosha(s) bestimmt sich dein Ayurveda Typ: Er regelt, wie du aussiehst, wie du „tickst“ und was dir guttut. Folgende Ayurveda Typen (stark vereinfacht beschrieben!) gibt es: 

  • Vata Typ (Luft und Äther): Das leichte Vata steht für Bewegung und Kommunikation. Es regelt alles, was fließt: Unsere Gedanken, die Atmung und das Herz-Kreislauf-System. Meistens dominiert das Vata Dosha bei feingliedrigen Menschen. Sie sind sehr intelligent, lernen gern neue Dinge und lieben die Veränderung. Ausgeglichene Vata-Menschen bestechen mit Kreativität und Idealismus. Sind sie aber unausgeglichen, werden sie nervös, „flüchtig“ und machen sich über alles viel zu viel Sorgen. Die Folgen sind z.B. Angststörungen, Asthma oder Herzbeschwerden.
  • Pitta Typ (Feuer und Wasser): Pitta brennt vor Leidenschaft, steht für Transformation und regelt den Stoffwechsel. Dieses Dosha dominiert bei Menschen mit durchschnittlicher Statur, die eine gute Durchblutung sowie viel Energie und Temperament haben. Sie sind dynamisch, können gut argumentieren, sind enthusiastisch und lieben Sport. Bei zu viel Pitta neigen diese Typen aber zu emotionalen Ausbrüchen, Streitlust und Überanstrengung. Körperlich kann sich das durch Übersäuerung, entzündliche Krankheiten und hohen Blutdruck bemerkbar machen.
  • Kapha Typ (Wasser und Erde): Das geerdete Kapha steht für Stabilität, Struktur und verleiht uns Bodenhaftung. Im Körper kontrolliert das Dosha unsere Muskeln, Stärke, das Gewicht und das Immunsystem. Kapha-Menschen sind darum kräftiger gebaute und ausgeglichene Typen, die kaum die Fassung verlieren. Sind sie ausgeglichen, besitzen sie Humor, Toleranz und eine entspannte Lebenshaltung. Bei „zu viel“ Kapha werden sie allerdings träge, faul, schläfrig und nehmen zu. Körperliche Symptome sind z.B. Schleimbildung im Brustbereich und in den Nebenhöhlen.

Ayurveda - Doshas - Vata Pitta KaphaAyurveda sortiert uns Menschen je nach dominierendem Dosha also bestimmten Typen mit Stärken und Schwächen zu. Letztere kommen bei Ungleichgewichten zum Vorschein: Etwa wenn unser Haupt-Dosha im Übermaß vorhanden ist, weil wir uns genau das holen (z.B. Essen, Trinken, Gewohnheiten), was uns eigentlich nicht guttut. Es kann uns aber auch schlecht gehen, wir viel zu wenig von den anderen nicht dominanten Doshas haben. Doch bevor man hier gegensteuern kann, muss man den eigenen Ayurveda Typ zunächst einmal herausfinden.

2.2 Dosha Analyse: So findest du einen Ayurveda Typ heraus 

Im Internet kursieren diverse „Dosha-Tests“ in Form von Online-Fragebögen, die man selbst ausfüllen kann, um seinen Ayurveda Typen herauszufinden. Natürlich mag es darunter auch verlässliche Quellen geben, aber wir haben uns in Sri Lanka lieber in die Hände einer Expertin begeben, die uns von Freunden wärmstens empfohlen wurde. Die Ayurveda Ärztin nahm uns genau unter die Lupe, um die dominierenden Doshas bei Christian und mir herauszufinden. Generell kann so ein Mediziner die einzelnen Themen viel besser abklopfen, als du es per Selbstdiagnose vermagst!

Unsere Konsultation bei der Ayurveda Ärztin in Sri Lanka

Es begann wie immer, wenn du dich bei einem neuen Doktor das erste Mal vorstellst: Die Ayurveda Ärztin legte uns einen Fragebogen über unsere Daten und Gewohnheiten vor mit der Bitte, diesen auszufüllen. Es ging vor allem um die Ernährung: unser Lieblingsessen und Hassessen oder was wir typischerweise über einen Tag verteilt essen und trinken. Aber auch aktuelle Beschwerden sowie Operationen in der Vergangenheit wurden notiert. Danach folgte die Untersuchung durch die Ärztin, die z.B. Folgendes umfasste: 

  • Pulsanalyse durch Abtasten und Messen
  • Genaue Betrachtung des Gesichts, vor allem Augen und Nase
  • Genaue Betrachtung der Zunge
  • Abtasten der Hände und Knöchel zum Auffinden von angesammelten Toxinen
  • Inaugenscheinnahme der Körperhaltung und der Atmung

Basierend auf der Voruntersuchung schien die Ärztin schon überraschend viel über uns zu wissen. Mir attestierte sie, eine Grüblerin zu sein, die eher schlecht schläft, aktuell etwas mit dem Magen hat und sehr hitzig ist. Stimmt! Bei Christian erkannte sie ein ruhiges Gemüt, Durchblutungsprobleme sowie Beschwerden mit der Nase und den Augen. Verblüffend: Er hat wirklich immer kalte Hände und Füße (nur nicht in warmen Ländern wie Sri Lanka, wo wir gerade waren) sowie oft allergische Schübe mit Augenjucken und Naselaufen. Verblüffend. Das hatten wir im Fragebogen gar nicht angegeben!

Ayurveda Arzt - Sri LankaUngefähr so sah unsere Konsultation beim Ayurveda Arzt aus (Ayurveda in Sri Lanka by Amila Tennakoon, CC BY 2.0)

Danach nahm sich die Ärztin jeweils eine Stunde pro Person Zeit, um uns beide noch genauer kennenzulernen. Und was wurde nicht alles begutachtet und erfragt: Neben körperlichen Attributen (z.B. Haut, Haaren, Augen und der Verdauung) ging es um die Ernährung, Schlafgewohnheiten, Träume, unser Kurz- vs. Langzeitgedächtnis, wie wir Entscheidungen treffen und mit Stress sowie den Finanzen umgehen, unser liebstes Klima, den favorisierten Sport, sowie die Beziehung zu den Eltern und zum Partner. Und da Chris und ich praktischerweise miteinander verheiratet sind, wurden wir zu den Stärken und Schwächen des anderen befragt – und bekamen quasi kostenlos Beziehungstipps dazu ;-)

In Sri Lanka oder Europa: Wo man gute Ayurveda Ärzte findet 

In Ländern wie Sri Lanka oder Indien ist das Angebot groß: Als Erstes ins Auge fallen Spas und Massage-Läden, die sich mit der Bezeichnung "Ayurveda" schmücken. Meistens ist das (gerade in Touristengegenden) reines Marketing und es steckt kein Mediziner dahinter. Frage lieber in zertifizierten Ayurveda Apotheken oder Ayurveda Shops nach Empfehlungen – oft werden sie sogar von Ärzten geleitet. Wir fanden unsere Ärztin durch Tipps von Bekannten, denn sie arbeitet tagsüber im Krankenhaus und bietet nur abends private Konsultationen in den eigenen vier Wänden an. Eine gute Idee ist es auch, bei Verbänden wie dem Ayurvedic Medical Council nach einem Behandler zu suchen bzw. zu fragen.

Falls du dich ebenfalls vom Profi beraten lassen willst, aber in Deutschland bist: Halte auch hier unbedingt nach ausgebildeten Ärzten Ausschau und falle nicht auf Spas oder Wunderheiler herein, die sich Ayurveda nur zu Vermarktungszwecken auf die Visitenkarten und Websites schreiben! Dazu kannst du beispielsweise die Online-Suchmaske vom Ayurveda Verband nutzen.

Ayurveda Massage

Eine etwas überspitzt dargestellte Massage mit Kräuterölen (Ayurveda in Sri Lanka by Amila TennakoonCC BY 2.0)

Wenn dein Ayurveda Typ feststeht: So geht es weiter

Am Ende der Konsultation stand fest, dass ich ein kopflastiger und hitziger Pitta-Vata bin und Chris ein ruhigerer Kapha-Pitta. Die Ayurveda Ärztin schmunzelte und meinte, wegen der vielen Gegensätze würden wir wahrscheinlich öfters miteinander streiten, seien aber eigentlich das perfekte Team, das sich ergänzt. Na dann! Insgesamt erfuhren wir in dem Termin viel über uns selbst, wieso wir manche Dinge bereits instinktiv taten und bei anderen unbewusst spürten, dass sie schlecht sind. Danach ging es an die Umsetzung.

Einerseits knüpft an die Konsultation bei einem Ayurveda Arzt Panchakarma an: Eine Reihe an Behandlungen zur Entgiftung, indem Toxine von alten Erkrankungen, aus der Umwelt oder wegen einer falschen Ernährung aus dem Körper geleitet werden. Dazu bekommst du beispielsweise Massagen mit Kräuteröl oder Kräuterstempeln, Dampfbäder und Lymphdrainagen – auch der bekannte Stirnguss mit Öl gehört dazu. Weniger angenehm, aber ebenfalls der Reinigung des Organismus zuträglich sind die Nasenreinigung und Darmspülung. Gerade wer noch nie eine Ayurveda Kur hatte, bekommt über einen Zeitraum von mindestens zwei Wochen das ganze Paket mit mehreren Behandlungen verschrieben. Das ist laut unserer Ärztin sinnvoll, um den Körper bzw. „Tempel“ ordentlich zu sanieren.

Ayurveda Shop in Sri Lanka

Andererseits verschreibt dir der Ayurveda Arzt Naturmedizin. Ich sollte beispielsweise drei einheimische Teesorten aus Sri Lanka kaufen, von denen ich zuvor nie gehört hatte: Wie "Belimal" (Steinapfel) für das Verdauungssystem oder der kühlende und blutreinigende "Iramusu" (Sarsaparilla-Wurzel). Beide gibt es auch in Deutschland, aber in Sri Lanka bekam ich sie zum Aufbrühen eines Suds lose (und viel günstiger) aus großen Säcken abgefüllt. Und zwar im Ayurveda Shop (siehe Foto oben), der wie ein kleines Zauberlädchen mit allerlei Kräutern und Tinkturen aussah.

Das Allerwichtigste nach einer Ayurveda Beratung durch den Experten ist aber, selbst aktiv zu werden, denn letztlich bist du für dein Wohlergehen verantwortlich. Also musst du dafür sorgen, dass Körper, Geist und Seele miteinander im Einklang sind – und zu versuchen, die Tipps vom Profi im eigenen Alltag umzusetzen. Dazu gehören die passende Ayurveda Ernährung mit geeigneten und ungeeigneten Lebensmitteln, Sportempfehlungen und Strategien für den Tagesablauf.  

 3. Ayurveda im Alltag: Tipps für Vata, Pitta und Kapha

Nach der Dosha Analyse geht die Arbeit richtig los. Dafür bekommt jeder Ayurveda Typ – der wie gesagt von den dominanten Doshas abhängt – bestimmte Empfehlungen für Ernährung, Sport und Lebensgewohnheiten. Es gilt, das eigene Haupt-Dosha mit den beiden anderen Doshas in Balance zu halten. So muss zum Beispiel ein hitziger Pitta-Typ darauf achten, seinem Körper nicht noch mehr Pitta zuzuführen, und sich dafür mehr „luftiges“ Vata und „erdendes“ Kapha holen.

Im Alltag lassen sich die Doshas intuitiv ausgleichen, wenn du weißt, welche physischen und mentalen Attribute ihnen zugeschrieben werden. Auf die Attribute deines dominanten Doshas hast du vielleicht Lust, darfst sie aber nicht ins Übermaß abgleiten lassen. Denn zum Ausgleich brauchst du eher das Gegenteil!

Die unten stehende Grafik zeigt, welche dominanten Attribute jeder Ayurveda Typ hat. Davon ausgehend lassen sich nun exemplarische Tipps für ein gesundes Leben ableiten, die wir im Folgenden exemplarisch vorstellen. Allerdings sind sie eher als „grobe Landkarte“ zu verstehen, die du z.B. je nach Jahreszeit und individuellen Ungleichgewichten interpretieren musst. Auch dabei kann dir eine persönliche Beratung bei einem Ayurveda Experten helfen! 

Ayurveda - Attribute je Dosha

Nachdem wir unsere individuellen Ayurveda Typen kennen, wollen wir jedenfalls bei der Ernährung ansetzen und schlechte Lifestyle-Gewohnheiten abstellen. Dafür haben wir hier ein paar generelle Hinweise für alle drei Doshas gesammelt! 

3.1 Der Vata Typ: Braucht Wärme, Ruhe und Bodenhaftung

Die intelligenten Vata Typen sind kreativ, geistig auf Zack und ständig in Bewegung. Sie neigen aber auch zum übermäßigen Grübeln, zu Hyperaktivität und zu Rastlosigkeit. Ihre Qualitäten „kalt, leicht, trocken, mobil, rau, subtil“ wollen einerseits befriedigt und anderseits ausgeglichen werden. Beispielsweise durch folgende Tipps:

  • Körper wärmen. Vatas kühlen schnell aus und sollten sich nicht zu leicht kleiden, sondern möglichst im Zwiebel-Prinzip mit mehreren Lagen. Im Winter ist für sie ein warmes Bett und eine dicke Mütze besonders wichtig! Vatas blühen im wärmeren Klima auf und genießen Massagen mit wärmenden Ölen, die ihre eher trockene Haut pflegen.
  • Den regen Geist herunterfahren. Vatas müssen das Abschalten lernen und zelebrieren, indem sie sich gezielt Zeit nehmen. Das geht z.B. mit ein paar Minuten Meditation morgens und abends (vielleicht mit Hilfe einer App), ruhiger und entspannter Musik und vor allem regelmäßigem Schlaf! Denn Vatas schlafen tendenziell weniger als die 6 bis 8 benötigten Stunden pro Nacht.
  • Routinen sind alles! Vatas brauchen Strukturen, die ihre agile Art nicht ausufern lassen. Zum Beispiel einen Tagesablauf mit fester Aufsteh- und Schlafenszeit, regelmäßigen Mahlzeiten und kleinen Alltagsritualen – wie einer morgendlichen Tasse Tee, einmal pro Woche frischen Blumen oder Zeit für ein Hobby als Belohnung.
  • Ruhe, bitte! Vatas reagieren sensibel auf Geräusche und Stress, und brauchen kreative Auszeiten mit sich selbst. Zum Beispiel beim Lesen und Malen, durch eine beruhigende Umgebung mit warmen Farben, Reisen an völlig neue Ziele und leichten Sport. Das können Aktivitäten wie Walking, Tai-Chi und Wandern in der Natur sein, Yoga (oder das wärmende Hot Yoga) sowie Tanzen – weil es Cardio-Training mit der Möglichkeit, sich auszudrücken, kombiniert.
  • Ernährung: Warm, Würzig, Ölig. Die „leichten“ Vatas brauchen warme Speisen (z.B. gekochtes Gemüse statt Rohkost), gesunde Fette wie Olivenöl sowie wärmende aromatische Gewürze (z.B. Kardamom, Chili, Kumin, Ingwer, Pfeffer und Muskat). Sie sollten zu gesunder Kost greifen, die besonders ballaststoffreich und leicht verdaulich ist – zum Beispiel Reis und Vollkornprodukte, Milch- oder Milchersatzprodukte, sowie reife und süße Früchte (z.B. Bananen, Pflaumen, Mango, Pfirsich, Kokosnuss). Gar nicht gut sind hingegen kalte, saure und blähende Speisen.
  • Verdauung ankurbeln. Warme Gewürze und eine Tasse Kräuter- oder Ingwertee als „Starter-Fluid“ helfen den Vatas, ihren unregelmäßigen Stoffwechsel anzuheizen. Sie sollten sich außerdem immer Zeit zum Essen nehmen – und sich dafür hinsetzen. Essen am Schreibtisch und Schlingen ist für die verkopften Vatas ein No-Go!

Ayurveda - Vata Typ 3.2 Der Pitta Typ: Abkühlen und Stress vermeiden!

Pittas haben viel Energie, noch mehr Temperament und manchmal eine kurze Zündschnur. Passenderweise werden ihre Qualitäten als „heiß, leicht, ölig, scharf, mobil und flüssig“ beschrieben. Pittas müssen das für sie typische innere Feuer befriedigen, ohne es zum Flächenbrand werden zu lassen. Zum Beispiel durch folgende Strategien:

  • Stress vermeiden und nicht überanstrengen. Pittas sind ehrgeizig und geben gern ihr Bestes. Leider neigen sie dazu, sich zu überanstrengen. Und Zeitdruck, Wettbewerb und eine Aufgabenliste bringen ihre schlechten Seiten hervor. Sie müssen daher Aktivität und Ruhe besser ausgleichen und bei allem, was sie tun, genügend Pausen einplanen. Im Job sollten sie sich trauen, öfters mal „nein“ zu sagen und den Feierabend einzuhalten.
  • Smart sporteln. Pittas messen sich gern mit anderen und wollen erfolgreich sein. Das ist in Maßen okay, solange der Sport nicht mit Leistungsdruck und ständige Wettkämpfen verbunden ist. Nach schweißtreibenden Aktivitäten müssen sich Pittas abkühlen! Ihnen tun ausgleichende Aktivitäten in der Natur wie Surfen, Schwimmen oder Wintersport (bei dem es sowieso kühl ist) darum am besten.
  • Cool bleiben. Unausgeglichene Pittas neigen zu Konkurrenzdenken und scharfen Worten. Hier hilft ein Schritt zurück: Herzhaft lachen, anderen zuhören statt reden, eigene Handlungen reflektieren und entspannen, um negative Energien loszuwerden. Für körperliches Coolbleiben sind Klamotten aus Naturfasern und viel trinken gut!
  • Erdung in der Natur suchen. Viel Zeit in der Natur tut Pitta-Typen gut! Es bringt sie herunter, rückt den Kopf gerade und gibt ihnen völlig neue Perspektiven. Egal ob beim Sporteln, Spazierengehen oder einfach beim Wolkengucken!
  • Ernährung: Kühlend, mild, bitter und süß. Bloß nichts Scharfes oder Saures! Denn Hitze und Säure tut Pitta-Menschen nicht gut. Sie wählen lieber kühlende und milde Speisen, wie z.B. grünes Gemüse und grüne Smoothies, gesundes Protein aus Hülsenfrüchten und (in Maßen) Milchprodukte oder Milchersatz, sowie süße Früchte (z.B. Melone, Ananas, Pflaumen oder Granatapfel). Zum Würzen ersetzen Pittas Pfeffer und Chilli am besten durch herzhafte Kräuter wie Basilikum, Minze, Koriander, Kurkuma und Zitronengras.
  • Regelmäßig essen! Pitta-Menschen sollten niemals Mahlzeiten auslassen und vor allem beim Mittagessen richtig zugreifen, um gut über den Tag zu kommen. Denn ein hungriger Pitta ist ein... ähem... wütender Pitta.

Ayurveda Pitta Typ

3.3 Der Kapha Typ: Stimulation und leichtes Essen sind gut

Die gemütlichen Kapha Typen sind Felsen in der Brandung, voller Kraft und Stärke, und lassen sich kaum aus der Ruhe bringen. Sie halten viel aus, aber auch viel in sich drin: Emotionen, Gewicht und Dinge, die sie eigentlich loslassen sollten. Ihre Qualitäten sind unter anderem „kalt, schwer, ölig, gedämpft, langsam, dicht, stabil.“ Folgendes hilft Kaphas:

  • Immer warm und trocken bleiben. Kaphas reagieren sensibel auf Kälte und Feuchtigkeit, zum Beispiel mit Unwohlsein, verstopften Nebenhöhlen und Atemwegsbeschwerden. Im trockenen und heißen Klima blühen sie hingegen auf! Das kann ein Urlaub sein, um der Winterkälte zu entkommen, Spazierengehen in der strahlenden Sonne, Trockensaunen, Heizkissen und Wärmelampen. Und präventiv helfen Nasenöle und Nasenduschen!
  • Aktiv werden. Unausgeglichene Kaphas neigen zu Trägheit. Sie sollten daher zu viel Schlaf (egal ob nachts oder tagsüber) meiden und morgens den Kreislauf z.B. mit ein paar Hampelmännern oder Trockenbürsten anregen, um in die Gänge zu kommen. Außerdem tut ihnen regelmäßiger Sport gut, der den Stoffwechsel und die Körpertemperatur anheizt – wie Laufen, Fahrradfahren oder Schwimmen.
  • Die Sinne stimulieren. Ein Kapha-Mensch kommt aus seiner Komfortzone, indem er immer wieder neue Dinge ausprobiert, sei es ein neuer Weg zu Arbeit, ein neues Kochrezept oder ein neues Hobby. Denn unbekannte Anblicke, Geräusche und Düfte stimulieren ihn!
  • Ausmisten. Typische Kaphas sind Sammler. Sie trennen sich nur schwer von Kram und brauchen regelmäßiges Ausmisten, um Leichtigkeit in ihr Leben zu bekommen. Ihnen fällt es auch schwer, angestaute Emotionen freizusetzen – hier kann ebenfalls Sport helfen oder neue Unternehmungen mit Freunden, um Dinge in ein neues Licht zu rücken.
  • Ernährung: Warm, leicht und würzig. Kaphas „halten“ ihr Nahrung gern fest, was sich im langsamen Stoffwechsel und Gewichtszunahme äußern kann. Sie brauchen Schärfe wie Pfeffer, Chili und Ingwer, um die Verdauung anzuregen, und sollten zu leichten Speisen greifen: Fast jedes Gemüse geht, leichtes und nicht zu süßes Obst (z.B. Äpfel, Birnen, Aprikosen) sowie möglichst pflanzliches Protein (z.B. Hülsenfrüchte statt Fleisch) und leichte Ballaststoffe (z.B. Reis statt Pasta). Mit Milchprodukten, Fett und Ölen müssen Kaphas hingegen sehr sparsam umgehen.
  • Nach Bedarf essen und viel trinken! Kaphas sollten häufiges Snacken vermeiden und eine Mahlzeit komplett verdauen, bevor die nächste kommt. Dabei hilft ihnen eine gute Zufuhr von Flüssigkeiten. Bei Heißhunger auf Süßes z.B. ein Tee mit einem Löffel Honig!

Ayurveda Kapha Typ

Noch mehr kostenlose Tipps zur Ernährung und Lebensweise für jedes Dosha findest du online: Zum Beispiel praktische Tipp Sheets bei Yogahealer, hier ein Beispiel für den Vata Typ. Beim Ayurvedic Health Center gibt es sogar Ernährungspläne wie diesen für den Pitta Typ. Ebenfalls gut verständlich sind die Erklärungen bei Chopra, wie hier für den Kapha Typ. Ansonsten kann ich dir empfehlen, dich mal auf Pinterest nach Anregungen und Rezepten umzusehen!

4. Ayurveda und Kaffee: Passt das überhaupt zusammen?!

Zu guter Letzt zurück zu der Frage, die uns als Kaffeefans natürlich besonders beschäftigt: Dürfen wir im Rahmen der Ayurveda Ernährung eigentlich Kaffee trinken? Diese Frage haben wir unserer Ärztin in Sri Lanka natürlich auch gestellt. Und wer den vorherigen Text aufmerksam gelesen hat, kann sich die Antwort bestimmt denken: Ob du Kaffee trinken darfst, hängt vor allem von deinem Dosha Typen und natürlich von der Menge ab! Als Kaffeenerds wollen wir noch ergänzen: Auch die Art des Kaffees spielt eine große Rolle, wie gut du ihn verträgst. 

4.1 Was sagt Ayurveda allgemein zu Kaffee?

Wir haben bereits berichtet, dass Kaffee laut Medizin nicht zu ungesund ist, wie manch Kritiker denken mag: Er ist nicht per se schlecht für Herz und Blutdruck, und entzieht laut Ärzten wie dem Berufsverband der Deutschen Internisten (BDI) dem Körper kein Wasser, sondern führt ihm welches zu. Diverse Studien befassen sich außerdem gezielt mit den Polyphenolen vom Kaffee und erforschen, inwiefern diese pflanzlichen Inhaltsstoffe z.B. die Zellerneuerung (Autophagie) anregen oder den Stoffwechsel ankurbeln können. Im Bezug auf neurodegenerative Krankheiten wie Alzheimer untersucht man, was die anregende Wirkung von Koffein auf die Nervenzellen bringen kann. Selbst die Krebsforschung interessiert sich für Arabica und Co.

Nur zu heiß sollte man Kaffee nicht trinken, um den Verdauungstrakt zu schützen, und bitte nicht zu viel davon – die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) rät einem gesunden Erwachsenen maximal 200 Milligramm Koffein als Einzeldosis (etwa zwei Tassen Kaffee) und 400 Milligramm über den Tag verteilt (etwa vier Tassen Kaffee). Für Schwangere, bei Unverträglichkeiten und Erkrankungen gelten entsprechend strengere Grenzen in Absprache mit dem Arzt. Und falls man andere Getränke zu sich nimmt, die ebenfalls Koffein enthalten, dann sollte man sie in die Rechnung mit einbeziehen.

Nun sind dies aber natürlich „nur“ die Regeln für die breite Bevölkerung. Im Ayurveda werden hingegen viel differenziertere Empfehlungen ausgesprochen, je nachdem, welcher Dosha Typ man ist. Allen voran sagt die Gesundheitslehre aber auch, dass Pflanzen weder gut noch schlecht sind, sondern immer einen bestimmten Zweck haben. Kaffeebohnen sind zunächst genau das: Früchte der Pflanzen Coffea Arabica oder Coffee Canephora (Robusta). Frisch geröstet, gemahlen und aufgebrüht landet der Kaffee als Naturprodukt nun also auf unserem Tisch.

Ayurveda und Kaffee

Von seiner Wirkung her macht uns Kaffee dank Koffein in erster Linie wach und stimuliert. Der Blutdruck kann kurzfristig in die Höhe gehen (sinkt aber bei gesunden Menschen schnell wieder) und manche Konsumenten berichten von einer regeren Verdauung. Interessanterweise wird Kaffee im Ayurveda teils sogar als Transportmedium („Anupana“) verwendet, damit Heilmittel besser vom Körper aufgenommen werden können. Für die einzelnen Dosha-Typen muss der Konsum von Kaffee aber natürlich separat betrachtet werden. 

4.2 Vata Typ: (Würziger) Kaffee ist gelegentlich okay

Vatas lieben stimulierende Dinge, und damit meistens auch Kaffee. Allerdings sind sie ohnehin schon etwas aufgekratzter als die anderen beiden Doshas und neigen damit zu Nervosität, Rastlosigkeit und innerer Unruhe. Wegen des Koffeins kann zu viel Kaffee diesen Effekt also noch verstärken, was laut Ayurveda die Balance stört und zu vermeiden ist. Dennoch können Vata-Typen Kaffee gelegentlich als Genussmittel konsumieren und ihn durch die folgenden Maßnahmen für ihre Konstitution noch besser verträglich machen: 

  • Kaffee mit Milch trinken. So wird er milder, cremiger und nahrhafter – und Milchprodukte sind für Vatas erlaubt. Wir empfehlen dennoch pflanzlichen Milchersatz, weil der als gesünder gilt – und die pflanzlichen Inhaltsstoffe der Kaffeebohnen im Gegensatz zu Kuhmilch nicht neutralisiert.
  • Gewürzkaffee trinken. Vatas sollen ihre Verdauung mit Gewürzen anregen. Darum können sie sich z.B. einen „Spiced Ayurvedic Coffee“ mit etwas Kardamom, Zimt und Ingwer zubereiten. Ein wenig Kokosöl dazu gibt ihnen die benötigten guten Fette, und der süßliche Geschmack des Gewürzkaffees hat eine ausgleichende Wirkung.
  • Bei innerer Unruhe und abends auf Kaffee verzichten. Wenn Vatas bereits schon sehr unruhig sind, sollten sie in dieser Situation lieber auf Kaffee verzichten. Dasselbe gilt auch für schwarzen oder grünen Tee, die ebenfalls Koffein enthalten! Vor allem abends ist Kaffee eher nichts für Vatas, die sowieso schon einen leichten Schlaf haben. 

Ayurveda Gewürzkaffee

4.3 Pitta Typ: Kaffee muss möglichst säurearm sein

Pitta-Typen mögen heiße Getränke mit intensivem Geschmack... Hmmm, da fällt so ein schöner kräftiger Espresso ja direkt in ihr Beuteschema! Allerdings können stimulierende Kaffeegetränke die feurigen Pittas leicht reizbar machen, für Herzklopfen sorgen und Hitzewallungen auslösen. Obendrein sollte dieser Ayurveda Typ alles vermeiden, was übersäuern kann, und deshalb können sich bittere Aromen und Kaffeesäuren negativ auswirken und zu Sodbrennen und Magenproblemen führen. Doch auch für kaffeeliebende Pittas gibt es Abhilfe:

  • Koffeinarmen Kaffee trinkenArabica enthält von Natur aus weniger Koffein als Robusta. Entkoffeinierten Kaffee würden wir dagegen nur empfehlen, wenn er natürlich (und nicht, wie leider so häufig, chemisch) entkoffeiniert worden ist. Ansonsten schmeckt auch Lupinenkaffee!
  • Gestreckter Espresso. Espressobohnen werden stärker geröstet als Filterkaffeebohnen und bei diesem Prozess werden Säuren abgebaut, die mitunter auf den Magen schlagen können. Relativ gesehen enthält Espresso zwar mehr Koffein als Filterkaffee, aber der „Kleine Schwarze“ wird in einer viel geringeren Menge getrunken. Darum wirkt eine Tasse Espresso weniger stimulierend als eine Tasse Filterkaffee – dasselbe trifft auf einen Cafe Americano (mit Wasser gestreckter Espresso) oder eine Espressospezialität mit Milch wie Cappuccino zu. Pittas sollen aber nicht zu viel tierische Milch zu sich nehmen, sondern lieber Milchersatz.
  • Säurearme Kaffeebohnen kaufen. Es gibt tatsächlich Kaffeebohnen, die von Natur aus besonders wenig geschmackliche Säure enthalten. Dazu zählt zum Beispiel unser Happy Coffee Chiapas aus Mexiko – eine Region, die für säurearme Bohnen bekannt ist. 

Ayurveda - Kaffee mit Milch

4.4 Kapha Typ: Koffein ist sein bester Freund 

In Sachen Kaffee sind Kaphas die echten Glückskinder unter den Ayurveda-Typen: Denn ihre eher gemütliche und ruhige Natur kann einen Koffeinkick gut vertragen! Egal ob morgens oder am Nachmittag, eine Tasse Kaffee bringt Kaphas auf Trab und kann obendrein ihre etwas träge Verdauung anregen. Selbst die leicht bittere Note und die astringierende Wirkung gleichen den Kapha Typen aus! Wohlgemerkt: Selbst wenn zwei Kaphas laut Ayurveda-Lehre "gleich" sind, tickt und funktioniert dennoch jeder Mensch etwas anders – und wird unterschiedlich auf Kaffee reagieren. Bestimmte Einschränkungen gibt es für den generischen Kapa-Typen aber keine. Trotzdem können Kaphas ihren Kaffeekonsum ayuveda-freundlich gestalten: 

  • Kaffee schwarz und ungesüßt trinken. Denn mit Zucker und Milch müssen die zur Gewichtszunahme neigenden Kaphas besonders vorsichtig umgehen. Ab und an ein Tässchen mit Hafer- oder Sojamilch schadet aber nicht!
  • Kaffee nach dem Essen trinken. So wird der Stoffwechsel besonders gut angeregt, und der Koffeinkick hilft gegen das Nachmittagstief. 

Ayurveda -schwarzer Kaffee

4.5 So wird Kaffeegenuss für alle Doshas besser

Ayurveda ist eine Naturheilkunde, in der Wert auf organische Lebensmittel gelegt wird. Darum empfiehlt es sich, Bio-Kaffee aus ökologischem Anbau wie unseren Happy Coffee zu kaufen. Er sollte außerdem schonend geröstet worden sein, weil sich damit weniger Bitterstoffe bilden können. Auch das trifft auf unsere Bohnen natürlich zu – sie werden langsam und bei nicht zu hohen Temperaturen im Trommelröster geröstet.

Obendrein ermutigt Ayurveda dazu, sich für Essen und Trinken Zeit zu nehmen – und das gilt natürlich auch für eine schöne Tasse Kaffee! Also nimm statt drei Coffee-to-Go lieber ein gutes Tässchen im Sitzen zu dir. Und wer mit Gewürzen experimentiert, kann den Kaffee für das eigene Dosha noch besser machen: So sorgen z.B. Vanille und Zimt für süße, Kardamom, Nelken und Anis für würzige und Piment oder Muskatnuss für scharfe Aromen.

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Über die Autorin: Heidi liebt Kaffee, vor allem in Kombination mit einem gesunden Frühstück. Wenn sie gerade keine Beiträge auf Happy Coffee schreibt, berichtet die Weltenbummlerin auf ihrem Blog meerdavon.com über ihre Reisen.

Title Picture: „Ayurveda in Sri Lanka“ by Amila Tennakoon, used under license CC BY 2.0 (size cropped & foto filter used)



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