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Foodsharing heißt nichts anderes als "Essen teilen" und der Name ist Programm! Um die Verschwendung von Lebensmitteln einzugrenzen, wurde die Internet Plattform foodsharing.de gegründet: Privatpersonen, Produzenten und Händler sollen auf einfachem Wege miteinander vernetzt werden, um nicht mehr benötigte Lebensmittel auszutauschen. So möchte foodsharing demonstrieren, dass Lebensmittel keine (Wegwerf-)Ware sind und unsere Überflussgesellschaft zum Umdenken zu bewegen. Eine sehr gute Sache, die wir uns einmal genauer ansehen wollten.

1. foodsharing: Menschen teilen Essen

Die Urlaubszeit steht kurz bevor, und sicherlich geht es euch ähnlich wie uns: Im Kühlschrank ist noch etwas Gemüse, eine angebrochene Packung mit Eiern sowie ein paar Joghurts, die in einer Woche verfallen. Außerdem haben wir es wieder einmal nicht geschafft, das Obst komplett aufzuessen. Eins ist klar: Die zwei Wochen, bis wir aus dem Urlaub zurück sind, werden die Lebensmittel nicht mehr überstehen … also ab damit in den Müll, hilft ja nix. Oder doch?

Vielleicht wohnt um die Ecke – oder sogar im gleichen Haus – jemand, der genau für solche nicht benötigten Lebensmittel Verwendung haben könnte. Aber das kann man ja nicht wissen. So landet das Essen in solchen und ähnlichen Situationen in der Tonne, während der Nachbar in den Supermarkt läuft. Und wahrscheinlich wird er seine gekauften Lebensmittel auch nicht ganz aufbrauchen und wiederum einen Teil wegwerfen. Nachhaltigkeit geht anders!

Das war nur ein kleines Beispiel, um die Relevanz von einem Netzwerk wie  foodsharing zu demonstrieren. Und neben Privathaushalten gibt es natürlich auch noch kleinere Betriebe wie z.B. Cafés, Bäckereien oder Supermarktfilialen, die ebenfalls noch gute verwertbare Lebensmittel haben - sie aus diversen Gründen aber so nicht mehr verkaufen können. Hier setzt foodsharing mit einer ganz einfachen und eigentlich auch nicht neuen Idee an: Menschen teilen Essen. Was du nicht mehr brauchst, das gib weiter, damit jemand anderes es verwenden kann. Eigentlich eine Selbstverständlichkeit oder? Im folgenden Video siehst du, wie Lebensmittel retten mit foodsharing funktioniert.

2. foodsharing Idee: Alles begann mit einem Film

Die Idee für foodsharing ist ein Gemeinschaftsprojekt und entstand rund um den Film Taste the Waste. Sowohl Regisseur Valentin Thurn und Social Media Leiter Sebastian Enbrocks, als auch die Design-Studenten Thomas Gerling und Christian Zehnter sowie die Fernsehjournalistin Ines Rainer hatten ähnliche Vorstellungen, wie man der Lebensmittelverschwendung entgegenwirken könnte. Also setzte man sich kurzerhand zusammen und gründete das gemeinsame Projekt foodsharing.

Taste the Waste: Wie werden Lebensmittel zu Müll?

"Taste the Waste" zeichnet ein erschreckendes Bild unserer übersättigten Gesellschaft. Die Hälfte all unserer Lebensmittel werden weggeworfen, darunter jeder zweite Kopfsalat und jedes fünfte Brot! Doch nicht nur wir Endverbraucher gehen so sorglos mit unserer Nahrung um: Die meisten Lebensmittel landen in der Tonne, bevor sie überhaupt in den Handel gekommen sind. In seinem Dokumentarfilm geht Regisseur Valentin Thurn der Frage nach, wer eigentlich dafür verantwortlich ist, dass völlig akzeptable Lebensmittel auf dem Müll landen. Dabei beleuchtet er die verheerenden Folgen, die die Vernichtung von Lebensmitteln für unser Klima und die Welternährung haben.

Die wesentliche Frage ist: Woher stammt die Geringschätzung von Nahrung? Regisseur Thurn befragte Bauern, Leiter von Supermärkten und Handelsketten, Köche, Müllarbeiter, Minister und Psychologen. Es entsteht das Bild einer Gesellschaft, in der Lebensmittel oftmals nur Ware zur Profimaximierung sind – obwohl viele diesen Zustand anprangern. Thurn geht den Ursprüngen von Lebensmittelverschwendung und entstehenden Gegenbewegungen nach, die sich für eine Wertschätzung von Nahrung einsetzen. Denn egal wo: Die Menschen aus Kamerun, Österreich, Japan, Deutschland, Italien und den USA sprechen alle über die Einstellung zum Essen.

foodsharing - kein Essen wegwerfen

Essen darf keine Selbstverständlichkeit sein!

Wir alle sind mit schuld daran, dass Lebensmittelverschwendung systematisiert und organisiert ist. Bis spät in den Abend wollen wir beim Einkaufen volle Regale sehen, nur das schönste Obst und den am längsten haltbaren Joghurt ergattern, sowie das Brot mit der knackigsten Kruste. Und was der Verbraucher dann nicht mehr will, das wirft der Supermarkt eben weg.

Besonders erschreckend werden Dokumentationen wie "Taste the Waste" beim Zeigen, wie Nahrung zu Müll wird. Man sieht Mülltonnen vor Einfamilienhäusern, hinter Supermärkten und bei Großbäckereien, die voller einwandfreier, noch genießbarer Lebensmittel sind! So etwas macht deutlich, dass eine Erklärung für die Verschwendungssucht unserer Generation jene Selbstverständlichkeit ist, jederzeit Lebensmittel verfügbar zu haben. Während sich unserer Großeltern durch Hungersnöte im Krieg über jeden Happen Essen gefreut haben, wollen wir jetzt alles – und zwar immer.

Dass wir so viel Essen verschwenden, wirkt sich verheerend auf das Weltklima aus. Ja, wir wollen eigentlich nicht wissen, dass wir aktiv eine Landwirtschaft fördern, die viel Energie aufwendet und dabei größtenteils für die Müllkippe produziert. Deswegen machen Dokus wie "Taste the Waste" oder moderne Ableger wie "10 Milliarden" und "Die Essensretter" etwas Angst, aber eben nicht nur. Sie zeigen, dass sich in unserer Überflussgesellschaft auch  Gegenbewegungen formieren: Menschen, die dem Essen wieder Wert geben und mit viel Engagement dafür sorgen wollen, dass nicht mehr so viel Nahrung verschwendet werden muss. Auftritt foodsharing!

foodsharing Plattform

Dank Crowdsharing zu foodsharing

Der Film "Taste the Waste" war irgendwann abgedreht und hatte weltweit Aufmerksamkeit erhalten. Dieses Echo wollten die Ideengeber für foodsharing nutzen und schrieben ihr Projekt bei der Crowdfunding-Plattform Startnext aus. Am Auktions-Ende wurde der anvisierte Finanzierungsbetrag von €10.000 sogar um über einen Tausender überschritten. Durch die Finanzspritze der fast 400 Unterstützer konnte die Plattform foodsharing.de im November 2012 live gehen. Sie wurde von Foodsharing e.V. als gemeinnützigem Verein gegründet.

Heute hat sich foodsharing von einer Berliner Idee zu einer internationalen Bewegung gemausert – mit über 200.000 registrierten Nutzern in Europa! Übrigens ist die Plattform neben Mitmachern auch immer auf der Suche nach Spendern. Wer das Projekt also unterstützen möchte, findet hier eine Übersicht über die unterschiedlichen Möglichkeiten. Nun aber Butter bei die Fische: Wie kann man foodsharing selbst sinnvoll nutzen?

3. foodsharing: Mitmachen ist einfach wie genial

Wie gesagt basiert foodsharing auf der Grundidee, dass Menschen Essen teilen. Genau so einfach ist es auch. Du musst dich nur kostenlos online registrieren und kannst dann sofort mitmachen. Folgende Möglichkeiten gibt es, foodsharing zu nutzen:

  • Foodsharer. Als Foodsharer listest du nicht mehr benötigte Lebensmittel als "Essenskörbe" online bei foodsharing auf, damit andere sie abholen können. Oder du suchst selbst aktiv in der Datenbank nach gelisteten Lebensmitteln an deinem Ort, um sie anderen abzunehmen.
  • Foodsaver. Nach einer Einführung holst du nicht mehr benötigte Lebensmittel in Betrieben ab und verteilst sie direkt oder über sogenannte "Fair-Teiler" (Abholzentren) mit deiner lokalen Community. Um dich zu vernetzen kannst du an lokalen Treffen und Events teilnehmen. 
  • Fair-Teiler. An diese Umschlagplätze werden nicht mehr benötigte Lebensmittel hingebracht, damit andere sie abholen können. Sie fungieren also als Regale bzw. Kühlschränke für foodsharing und sind an gut zugänglichen Orten (z.B. Uni, Vereinsraum) zu finden. Manche haben Öffnungszeiten, andere sind rund um die Ohr geöffnet. Stöbere auf foodsharing in der Karte, um einen Fair-Teiler zu finden.
  • Betriebe. Arbeitest du in einem Lebensmittelbetrieb wie einem Café, einer Bäckerei, einem Gemüsehändler, einem Bauernhof oder Supermarkt? oder gehört dir dieser Betrieb sogar? Dann kannst du via foodsharing Lebensmittel spenden – dazu wird deinem Betrieb ein Foodsaver zur Seite gestellt, der die Abholungen und Verteilung vom Essen regelt.
  • Festivals. Hier tummelt sich die junge Generation, und daher auch gern die foodsharing Initiative, um über das Projekt aufzuklären. Außerdem werden Vorträge und Workshops zum Umgang mit Lebensmitteln gehalten.

 

Im obigen Video wird noch einmal genau erklärt, wie es funktioniert. Spannend ist auch, dass foodsharing eine lebhafte Community ist – wo man mit neuen Ideen auf offene Ohren stößt. Wenn du selbst also auch etwas Neues zur Vermeidung von Lebensmittelverschwendung beitragen willst, melde dich!

4. foodsharing Etikette: Ein paar kleine Regeln

Foodsharing ist eine Community und wie bei jeder Gemeinschaft bedarf es gewissen Regeln. Das betrifft zum einen die Frage, welches Essen geteilt werden darf, und zum anderen den Umgang miteinander.

Welches Essen darf ich teilen?

Du willst jetzt etwas gegen sinnlose Lebensmittelverschwendung tun und bei foodsharing aktiv werden? Prima! Aber ein paar Dinge solltest du vor dem Registrieren wissen. Manches ist nämlich vom Verteilen über foodsharing ausgeschlossen: Dazu zählen Lebensmittel, die ein festes Verbrauchsdatum haben („verbrauchen bis zum…“), wie etwa roher Fisch und rohes Fleisch. Wichtig: Das Verbrauchsdatum ist nicht mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum („mindestens haltbar bis…“) zu verwechseln! Wenn das MHD aufgedruckt und noch gültig ist, darf das Lebensmittel abgegeben werden.

Außerdem spielt natürliche eine Rolle, in welchem Zustand die Lebensmittel sind. Ein nicht mehr knackiger bzw. etwas welker Salat darf natürlich abgegeben werden, wenn er sonst in Ordnung ist. Falls bei der Lagerung von vor allem empfindlichen Lebensmitteln (z.B. Fleisch, Fisch, Eier) die Kühlkette unterbrochen bzw. die Packung beschädigt wurde und sich deutlich sensorische Veränderungen wahrnehmen lassen (Duft und Optik), dann sollte vor der Weitergabe natürlich abgesehen werden.

foodsharing - welche Lebensmittel

Ebenfalls nicht via foodsharing verschenkt werden dürfen selbst zubereitet Lebensmittel (weil sich hier die Inhaltsstoffe nicht eindeutig zurückführen lassen) sowie andere Non-Food-Artikel wie Kleidung oder Spielzeug. Logisch, denn schließlich geht es bei foodsharing um Essen!

Welche Community Regeln gibt es beim foodsharing?

Auf der foodsharing-Plattform gibt es eine Etikette, an die sich alle Foodsharer halten sollten. Dazu zählen folgende Prämissen:

  • Ehrlichkeit: Hier geht es vor allem darum, alle Angaben zur Person und zu angebotenen Lebensmitteln der Wahrheit entsprechend auszufüllen.
  • Lebensmittelrecht: foodsharing muss vorsichtig sein, um gesetzliche Vorgaben im Lebensmittel- und Hygienerecht nicht zu verletzen. Deshalb ist die Plattform darauf angewiesen, dass ihre Foodsharer die Vorgaben im Bereich der angebotenen Lebensmittel streng beachten. Sie sind im foodsharing Ratgeber einsehbar. Wer diese Regeln nicht respektiert, muss mit dem Ausschluss bei foodsharing rechnen.
  • Zuverlässigkeit: Damit foodsharing gut funktioniert und ein zukunftsweisendes Modellprojekt ist, muss alles reibungslos funktionieren. Das bedeutet beispielsweise, dass man sich sowohl auf die Foodsharer als auch auf die Abholer verlassen können muss. Termine einhalten ist daher eine Selbstverständlichkeit! Wer als Foodsaver bei einem Betrieb wiederholt die Abholung der Lebensmittel verbummelt, gefährdet damit die Zusammenarbeit und letztlich die Community.
  • Verstöße melden: Ein schwarzes Schaf kann das Ansehen einer ganzen Gemeinschaft zerstören, deshalb sollen Foodsharer der Plattform melden, wenn jemand gegen die Regeln verstößt.
  • Vorschläge machen: Eine Gemeinschaft lebt von ihren Mitgliedern. Daher wird ermutigt, neue Ideen und Tipps abzugeben, damit foodsharing noch größer und bekannter wird!

foodsharing - Kochen

5. foodsharing privat: Miteinander Kochen 

Über die foodsharing Plattform können sich Nutzer aus einem Ort bzw. einer Region auch zum gemeinsamen Kochen verabreden. Das ist doch prima, um neue Menschen kennen zu lernen, die genau so gerne kochen wie man selbst! Außerdem kannst du auf foodsharing selbst auch gezielt nach solchen Koch-Events stöbern, die z.B. neben Workshops gelistet werden.

Ebenfalls eine tolle Möglichkeit, um miteinander das Beste aus Lebensmitteln herauszuholen (und aufzuessen!) sind die Events von Cookasa. Auf der Plattform können sich Hobbyköche zum gemeinsamen Kochen verabreden, und wer mit wem kocht, entscheidet der Zufall! Man wird zusammengewürfelt, geht zusammen Einkaufen, und kocht dann in einer Küche für sich und die Gäste. Und bei ihnen wiederum ist man dann selbst eingeladen! Cookasa und Foodsharing haben sogar schon Partner Events veranstaltet, bei denen die Lebensmittel-Plattform den Köchen kostenlose Zutaten bereit gestellt hat.

Wir hoffen, wir konnten einen Überblick über die Aktivitäten von foodsharing geben und zeigen, warum die Verschwendung von Lebensmitteln sinnlos und vor allem ganz einfach vermeidbar ist. Einen tollen Nebeneffekt hat das Teilen von Nahrung übrigens auch: Oftmals kommt man so an Produkte, die man selbst nie gekauft hätte! Das führt zu Inspiration, Kreativität und jeder Menge Abwechslung auf dem Teller. Und nun guten Appetit!

***

Über die Autorin: Sandra hat Publizistik- und Kommunikationswissenschaften studiert. Sie lebt und arbeitet in Berlin. Ihre Leidenschaften sind Nachhaltigkeit, sowie die Unterstützung der nachhaltigen Fischräucherei ihres Bruders. Die passionierte Teetrinkerin ist seit Happy Coffee auch zu einem Kaffee-Fan geworden.



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